Kitastart: Unsere ersten Tage


Letztes Jahr hatte ich darüber berichtet: das Projekt Coworking-Toddler im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Schon damals war ich hellauf begeistert von der Idee und der Möglichkeit, am gleichen Ort zu arbeiten und das Kind betreuen zu lassen. Leider fehlte mir damals noch die Idee und auch der Wille, dort selbständig zu arbeiten. Im Laufe der Zeit ergab sich das aber dann wie von selbst – unser Plan, mit einer Selbständigkeit im Internet ein ortsunabhängiges Einkommen zu erschaffen und damit als Familie im Ausland zu leben. Mit etwas Glück ergatterten wir auch einen der zwölf Plätze am Standort Prenzlauer Berg.

Kurzum: Am Mittwoch, 7.9. war es so weit: wir hatten unseren ersten Tag in der „Babyschule“, wie der Rubbelpapa es liebevoll bezeichnet.

Kita-Eingewöhnung: die ersten drei Tage

Wir hatten eine Liste bekommen, was wir alles mitbringen sollten für den Start. So schoben wir mit einem Kinderwagen bepackt wie für eine Reise in den Vorhof, der liebevoll mit Pflanzen, Sandkasten, Spielhaus und diversen Fahrzeugen (Bobby-Car, Dreirad, Lauflernwagen, etc.) und Spielzeug bestückt ist. Für den Rubbelbatz gab es bei dem Anblick kein Halten mehr: er wand sich und quengelte und musste sofort raus. Er stürmte zum Dreirad und legte los. Der Erzieher, seine künftige Haupt-Bezugsperson übrigens, sah mich grinsend an. Ja, das ist mein Kind. Sandra, die Gründerin, die wir schon vom Besichtigungstermin kannten, kam uns lächelnd entgegen. „So war er auch, als er das erste Mal hier war. Hat sich nichts geändert,“ kommentierte sie.

Wir gingen nach drinnen und führten eine Art Kennenlerngespräch, in dem ich z.B. nach Besonderheiten bei meinem Kind gefragt wurde. Im Endeffekt gibt es da gar nicht so viel. Er soll keinen Zucker essen, kann nicht still sitzen und trägt Stoffwindeln. Sonst ist er einfach nur ein Kind. Was wir von den Erziehern erwarten, wurden wir gefragt? „Eigentlich nichts. Er soll einfach nur herkommen, spielen und Spaß haben.“ Und das tat er von der ersten Stunde an. Er erkundete die Räumlichkeiten im Schnelldurchlauf, wollte überall hoch, rein, drüber, drunter, alles anfassen, an allem mal ruckeln und austesten. Vor allem die älteren Jungs fanden sein wildes Erkunden offensichtlich spannend und der ein oder andere folgte ihm und spielte und kletterte gleich mit. Nach einer Stunde war der Spaß auch schon vorbei und wir verabschiedeten uns bis zum nächsten Tag, der ganz ähnlich verlief.

Am Freitag durften wir dann schon etwas länger bleiben und auch am Morgenkreis teilnehmen. Morgenkreis bedeutet singen, musizieren und tanzen. Und Morgenkreis bedeutet auch stillsitzen. Schwieriges Thema, wie mir dabei wieder vor Augen geführt wurde. Er setzte sich zwar anfangs zu uns, war aber dann ganz schnell wieder abgelenkt von der neuen Umgebung und dem ganzen Spielzeug.

Der Erzieher – die Bezugsperson

Was mir an diesem dritten Tag auch klar wurde: unser Bezugserzieher ist genau richtig für unseren Rubbelbatz. Er hält nicht viel von Zwang, sondern vertraut darauf, dass sich das alles mit der Zeit schon „eingroovt“. Er passt auf, dass sich die Kinder nicht verletzen und ein paar entsprechende Regeln einhalten, ansonsten lässt er sie einfach machen. Finde ich total klasse. Er spielt mit dem Rubbelbatz, wenn es sich ergibt, allerdings total unaufdringlich und nur, wenn der gerade die Ruhe dazu hat. Ich würde nicht behaupten, dass mein Sohn innerhalb von drei Tagen schon eine Beziehung zu ihm aufgebaut hat, allerdings merkt man, dass er ihn mag. Er sitzt ganz selbstverständlich auf seinem Arm und will nicht sofort zu mir, wenn ich neben den beiden stehe. Das ist ein gutes Zeichen.

Nächste Woche werde ich dann zum ersten Mal für einige Zeit weggehen. Im Prozess der Eingewöhnung eigentlich ein spannender Moment, für mich eher pro forma. Denn ich glaube nicht, dass ihm das so schnell auffällt – er wird maximal merken, dass ich weg war, wenn ich wieder komme. Den Rest der Zeit wird er toben, spielen und erkunden was das Zeug hält. Aber wer weiß, vielleicht wird er mich da ja überraschen.

 

 

Alle Kommentare (6)

    Muah, ich finde Kita-Eingewöhnung ja sehr nervenaufreibend. BEsonders für uns Eltern. Manchmal fällt es uns deutlich schwerer als den Kindern *lach*.
    Manchmal habe ich gar das Gefühl, dass dieses langsame Abnabeln eher uns Eltern zu liebe gemacht wird *hihi*
    Weiterhin viel Erfolg für die Eingwöhnung!

    Danke, ihr Lieben.

    Überraschenderweise fällt es mir gar nicht so schwer. Und ihm scheinbar auch nicht. Trotzdem müssen wir natürlich das normale, sehr sanfte Eingewöhnungs-Programm durchleben 😉

    Hi Johanna,

    das hört sich doch alles super an. Sei froh, das es so reibungslos geht, da kenne ich ganz andere Szenen. Fies wird es, wenn das Kind beim Weggehen anfängt zu weinen und man sich wie der schlimmste Rabenvater der Welt fühlt, weil man sein weinendes Kind zurück lässt.

    Beruhigend ist dann immer, das sie gar nicht mehr weg wollen wenn man sie abholt. Da kann es dann nicht so schlimm gewesen sein 🙂

    ciao
    Martin

    Hallo Martin,

    ja so weit sind wir mittlerweile auch schon, dass er gar nicht weg will. Wir essen zu Mittag und danach will er weiter spielen – obwohl er todmüde ist.

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.