Unser neugeborenes Baby: 8 Unangenehme Tatsachen


Was ich in den ersten Wochen über unser neugeborenes Baby gelernt habe

Vier Wochen ist unser Rubbelbatz jetzt alt. Vier Wochen, in denen wir wahnsinnig viel über ihn gelernt, gelacht und uns gefreut haben. Wie auch in der Schwangerschaft (s. meine 6 Mythen über die Schwangerschaft) gibt es auch über neugeborene Babys viele Gerüchte und Besserwissereien. Aber es gibt offenbar auch Dinge, die einem niemand sagt, die aber wohl ganz normal sind.

Das hier sind 8 unangenehme Tatsachen, die man über ein neugeborenes Baby fast nie zu hören kriegt. Aber warum Schweigen?

Muttermilchstuhl

So oft habe ich vor der Geburt gelesen und gehört, dass Muttermilchstuhl eines neugeborenen Babys nicht riecht. Im Gegenteil, es gibt sogar genug Leute, die behaupten, er dufte angenehm. Wer mich kennt, weiß, dass ich daran so meine Zweifel hatte. Scheiße bleibt scheiße (entschuldigt die Ausdrucksweise). Und siehe da, ich hatte Recht! Zugegeben, ich habe schon schlimmeres gerochen, aber trotzdem ist das, was der Rubbelbatz so ausscheidet, geruchlich nicht gerade angenehm. Und er tut es sehr oft, was die Sache nicht gerade angenehmer macht.

Haut

Der Rubbelpapa nennt es liebevoll Baby-Akne. Ich nenne es einfach Pickel. Überall am Körper, aber besonders im Gesicht. Vorbei sind die ersten Tage, in denen er rosig-zarte Bäckchen und eine makellose Stirn hatte wie man sie von Neugeborenen kennt. Jetzt kommen jeden Tag neue Pickel oder Hautirritationen. Aussage der Hebamme: das ist ganz normal für ein neugeborenes Baby, kommt von der Hormonumstellung.

Augen

Ja, dass alle Babyaugen blau sind, wusste ich. Die Farbe kommt erst später, teilweise erst nach einem Jahr. Aber dass sehr viele Babyaugen weiß-gelben Schleim von sich geben und morgens ganz verklebt sind, war mir neu. So hab ich mir unser kleines neugeborenes Baby partout nicht vorgestellt! Anscheinend sind die Tränengänge noch nicht ganz offen und die Flüssigkeit kann nur auf diesem Wege abfließen.

Stillrhythmus

Kennt ihr das Märchen vom 3-Stunden-Rhythmus? Nein? Das geht so: Ein Neugeborenes Baby trinkt am ersten Tag seines Lebens nur ein oder zwei Mal, den Rest des Tages schläft es und erholt sich von der Geburt. Ab dem zweiten Tag sollte man darauf achten, dass es alle drei Stunden trinkt, d.h. im Zweifel muss man es tagsüber mal wecken und anlegen. Danach pendelt sich dieser 3-Stunden-Rhythmus ein. Dazwischen schläft das Kind natürlich. Bei mir sah die Wahrheit so aus: schon Minuten nach der Geburt hat der Rubbelbatz angefangen, nach der Brust zu suchen und dann lange und ausgiebig von beiden Seiten getrunken. Und dann im Zimmer wieder. Und wieder. Und wieder. Daran hat sich auch nichts geändert, er weiß anscheinend von dem 3-Stunden-Rhythmus nichts. Auf Rat der Hebamme haben wir vor kurzem einen Tag versucht, ihn zu einem 2-Stunden-Rhythmus zu bewegen. Angeblich hätte er dazwischen keinen Hunger. Auch davon wollte er nichts wissen. Er hat sich zwar immer mal wieder vom Rubbelpapa beruhigen lassen, insgesamt ist er aber nur unruhig und weinerlich geworden dadurch.

Schlafen

Babys, die schlafen, geben die lustigsten Töne von sich. Ja, manchmal schnarchen sie auch. Insgesamt atmet der Rubbelbatz – was normal ist, haben wir uns sagen lassen – sehr unregelmäßig, mal mit mehr, mal mit weniger Gebrumme und Gestöhne und Geröchel. Ich finde es ehrlich gesagt wahnsinnig süß und hör ihm gerne dabei zu.

Kinderwagen

Ich dachte ja immer, im Kinderwagen herum gefahren zu werden, beruhigt so ungefähr jeden Säugling. Falsch gedacht. Unser kleiner Lord wünscht getragen zu werden. Und zwar am liebsten von Papa höchstpersönlich und ohne Tragetuch oder -sack. Wenn der nicht mehr kann, tut es zur Not noch das Tragen im Sack / Tuch, aber dann hört der Spaß auch schon auf. Kinderwagen zur Beruhigung ist nicht. Bei Spaziergängen müssen wir jederzeit damit rechnen, dass das eben noch friedlich schlafende Kind plötzlich brüllt wie am Spieß und der Kinderwagen leer bleibt bis zu Hause.

Fingernägel

Ja, auch bei der Geburt haben neugeborene Babys schon Finger- und Zehennägel, klar. Dass die aber auch von Geburt an scharf wie kleine Messer sind, hat uns niemand gesagt. Und unser Rubbelbatz weiß die auch anzuwenden, was ihm neuerdings den Kosenamen „der Sichelmann“ eingebracht hat. Wenn er wütend ist, sucht er nämlich regelrecht nach einer Stelle am Körper – vorzugsweise sind Hals und Gesicht in erreichbarer Nähe – an der er seine Klauen-Nägel anwenden kann. Die Königsdisziplin dabei ist, Mama oder Papa direkt ins Auge zu treffen und die Iris zu zerschneiden. Ob es daran liegt, dass wir zur Zeit lieber Brille als Kontaktlinse tragen?

[Spätestens seit unsere Hebamme uns erzählt hat, dass sogar sie schonmal aus Versehen einem Baby in den Finger geschnitten hat, möchten wir das Schneiden erstmal unterlassen. Die brechen ja ohnehin immer von selbst ab.]

Kleine Jungs und Ausscheidungen

Bei Baby-Boys muss man beim Wickeln aufpassen, dass sie nicht aus heiterem Himmel lospinkeln. Dem kann ich absolut zustimmen. Wie viele meiner T-shirts oder Hosen in den letzten Tagen in die Wäsche gewandert sind aus genau diesem Grund. Auch die Reichweite ist bemerkenswert in Anbetracht der Größe des Geschosses. Doch es gibt etwas, was noch viel fieser ist und einen noch größeren Radius im Wickelzimmer abdeckt: unser Kind kann auch mit seinem kleinen Popo schießen!



Alle Kommentare (12)

    Oh der Miniheld hatte die Nase auch voll mit Akne, viele kleine weiße Punkte, die aussahen, als ob sie jeden Moment explodieren würde…ahje…
    Und ich kann mich noch gut an einen Besuch bei einer Freundin erinnern, die ein frisch geborenes Baby hatte, während unser schon kanpp 2 war und ich eine Windel in ihren Müll schmiss. Der Ehemann von Ihr rief nur: Schatz du stillst so lange wie möglich, das da ist ja unerträglich ^^

    Warte erst mal ab, bis euer Rubbelbatz feste Nahrung zu sich nimmt – dann wird der „Geruch“ der Windel richtig schlimm …

    Das Augensekrer hatte unser kleiner Prinz auch – wir haben immer wieder vorsichtig den Augenwinkel massiert, dann war’s schnell (10 Tage) weg …

    Viele liebe Grüße, Andrea

    Ach. Da kommen noch so einige Erkenntnisse. 😉 Sobald es Brei gibt (und vor allem Fleisch) wirds richtig appetitlich beim Wickeln. *lach*
    Nägel haben wir recht fürh geschnitten, weil der Prinz sich schon das ganze Gesicht zerkratzt hatte (und ja auch mit den Ecken vom abgebrochenen Nagel kann man sich kratzen). Das ist übrigens auch ein Mythos… also das Ding, dass man Babynägel 10 Tage (oder bis zum nächsten Vollmond oder weiß der Geier) nicht schneiden soll. Unsere Hebamme meinte, man kann ganz normal schneiden, wenn sie zu lang werden. Am besten im Schlaf,

    Kinderwagen wird irgendwann schon in werden, So ganz am Anfang ist eng bei Mama doch eh am schönsten!

    Ein Stillrythmus (wenn man Stillen als Essen sieht) ist schon wichtig, bzw. entwickelt sich irgendwann von ganz alleine. Stillen ist ja nicht immer nur Trinken bzw. Nahrungsaufnahme, sondern auch Kuscheln, Nuckeln (und auf diese Weise Eindrücke verarbeiten). Wenn es deine BW gut mitmachen: Still, bis das Baby überläuft! 😀 Wenn du aber Probleme mit wunden Warzen bekommst oder der kleine Mann viel spuckt, kannst du versuchen die Pausen auszudehnen und die nur-Nuckel-Phasen mit einem Schnuller zu füllen. Aber handele da immer nach deinem Herzen und Instinkt! Bringt ja nix, wenn ihr beide euch damit unwohl fühlt.
    Unser Prinz war auch sehr unruhig, aber da ich Dauergenuckel an den BW noch nie vertragen und aushalten konnte, haben wir recht schnell den Schnuller zum Nuckeln eingeführt. Der Prinz trank weiterhin wie ne Eins an der Brust (alle 3h), spuckte weniger (weil Trinken wenn der Magen voll ist, ist ja nicht wirklich sinnvoll und schade um die gute MuMi ist es ebenfalls) und ich hatte etwas Luft zum Erholen.

    Dies Knarzen/Knurren beim Schlafen machte unser kleiner auch! Hehe. Meine Hebamme meinte mal, dass Frühchen das wohl noch öfter und häufiger machen. Keine Ahnung wo das herkommt oder was es bezweckt. 😉

    Ich habe es gemacht wie Märchenkönigin und einen Schnuller eingeführt. Meine Brüste haben das stündliche Nuckeln, was meist eben nicht mit Hunger sondern eher mit Nähe suchen zu tun hatte einfach nicht vertragen. Es gibt dann immer den Schnuller und ganz viel Kuscheln mit Mama oder Papa, wobei Mama immer noch lieber ist ;).
    Den Schnullertipp habe ich auch von der Hebamme bekommen, da ich echt kurz davor war das Stillen aufzugeben… Jetzt stillen wir immer so alle 2,5-3 Stunden. Wenn’s so warm ist auch mal wieder alle 2 Stunden – wobei unsere Hebamme uns geraten hat auch mal Tee oder Babywasser zu geben – aber da spalten sich die Meinungen ja auch ;).

    Ich weiß, dass die kleinen das brauchen und Stillen nicht nur Nahrungsaufnahme ist, aber genauso wie jedes Kind anders ist, ist ja auch jede Frau anders…

    Ansonsten: JA, Babykaka stinkt – sieht der Prinzessinnenpapa aber irgendwie nicht so wie ich ;).

    Haha, danke für die Vorwarnungen – ich hab tatsächlich schon mehrfach als Aupair Kinder gewickelt, die Flasche bzw. feste Nahrung bekommen. Dagegen ist der Windelinhalt vom Rubbelbatz tatsächlich blumig, da habt ihr Recht.
    Noch machen meine BW mit, zumindest einigermaßen. Aber gedanklich hatte ich den Schnuller auch schon unzählige Male in der Hand. Mal sehen, wie lange ich noch durchhalte…

    Sehr gut geschrieben:) ich kann unseren 5 Wochen alten Sohnemann in jedem Wort wiedererkennen. Gerade gestern hatten wir so eine Schuss-aus-dem-Popo Situation ? Bei uns kommt zu der Akne jetzt auch noch der wunderschöne Kopfgneis. mein Kind sieht aus als schimmle er…

    Ja…der Kopfgneis kam bei uns danach auch noch ziemlich stark. Wie eine dicke Platte auf dem Kopf, mit deren Abfallen sich auch die paar Haare, die er hatte, verabschiedeten.

    hallo, du glaubst tatsächlich, dass ALLE babys blaue augen haben? das nenne ich pure ignoranz! denkst du tatsächlich, dass asiatische oder schwarze kinder blaue augen haben? da kann ich nur lachen!! du scheinst wie jemand, der bei mir als kind in den pass „schwarze Augen“ reingeschrieben hat- finde ich echt super sowas- vor allem als deutsche etwas… naja will ich nichts mehr dazu sagen

    Hallo Rubbelmama,
    Tragetuch: In vielen nicht westlichen Kulturen werden Babys ständig mitgetragen. Hier sind die 3 Monats-Koliken z.B. erstaunlicherweise überhaupt nicht bekannt. Blähungen lösen sich leichter und wenn ein Baby die körperliche Nähe zu Mama oder Papa sucht, ist das ein wichtiges Bedürfnis, dem man ruhig entsprechen sollte. Buchempfehlung dazu (Auf der Suche nach dem verlorenen Glück)*.
    Zum schlafen ohne Tragetuch oder bei unruhigem Schlafrhythmus kann ich eine Baby Hängematte wärmstens empfehlen. Hat uns bei dem dritten Mädchen gerade in der ersten Zeit viele Stunden Schlaf geschenkt und war eine echte Alternative zum Tragetuch.
    Ansonsten ist jedes Baby anders und jedes findet für sich seinen eigenen Weg ins Leben.
    Wünsche euch einen schönen und liebevollen Weg voller Vertrauen und viel Gelassenheit.
    Alles Gute!

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.