Meine Erfahrung mit Histaminintoleranz: Plötzlich leben mit Krankheit

Mein Leben vor der Krankheit

Nicht immer führte ich ein Leben mit Histaminintoleranz. Bis ich etwa 22 Jahre alt war, war ich ganz “normal” und gesund. Ich war Studentin, ein wenig an der Uni und viel unterwegs mit Freunden. Noch bevor ich meinen Mann kennenlernte, ging es mir langsam schlechter. Inwiefern schlechter? Das lässt sich schwer beschreiben. Wer es erlebt hat, weiß, was ich meine. Der Prozess kommt schleichend, nicht von einem Tag auf den anderen und das “schlechter” ist nicht so richtig greifbar. Es ist kein Glassplitter im Fuß, den man identifizieren und entfernen kann. Es ist eher eine allmähliche Verschlimmerung des Allgmeinzustandes. Ich war oft richtig müde, hatte starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Probleme mit der Haut. Nichts davon einzeln genommen wirklich schlimm und angefangen hat es wie gesagt schleichend – sodass man die Veränderung zuerst gar nicht richtig gemerkt hat. Erst, als ich aufgrund einer typisch weiblichen Radikal-Diät meine Ernährung komplett umgestellt habe (manche würden sagen, aufgehört habe, mich zu ernähren) und mich plötzlich viel besser fühlte, fiel mir auf, dass da was nicht stimmen konnte.

 

Die Suche nach der Krankheit: Der lange Weg zur Diagnose Histaminintoleranz

Also fing ich an, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich suchte mir einen Arzt, einen Facharzt der sich Gastroenterologe nennt. Das sind die, die sich angeblich mit dem Verdauungstrakt ganz gut auskennen. Ich vertraute dem Arzt und der Medizin und sie fingen an, Tests zu machen. Laktose, Fruktose, Glutenunverträglichkeit. Jedesmal durfte ich morgens nichts essen, musste vor Ort ein riesiges Glas Zuckerwasser auf nüchternen Magen trinken und dann dort mehrere Stunden verbringen. Eine Darmspiegelung, da durfte ich den kompletten Tag davor nicht essen und musste Abführmittel nehmen. Blutbilder. Untersuchung der Schilddrüse. Nichts davon führte zu irgendeinem Ergebnis und mir ging es zusehends schlechter. Ich fing an, selbst auszuprobieren. Ich aß kein Brot mehr, kein Obst und keine Milch. Tyrannisierte meine Umwelt und Freunde: “Nein, ich glaub das kann ich nicht essen” – in der Woche danach aß ich schon wieder was anderes nicht. Geholfen hat nichts davon.

Allmählich machte mich der Zustand mürbe und die Energie, auszuprobieren und Tests machen zu lassen, die zu keinem Ergebnis führten, ließ nach. Weil mir ja ohnehin alles zu schaden schien und mir hauptsächlich übel war, hörte ich fast ganz auf zu essen. Mein Körper hatte ohnehin keinen Appetit mehr. Ich verlor an Gewicht, ca. 10 kg im Vergleich zu meinem bisherigen Normalgewicht. Meine Eltern machten sich Sorgen. Meine Freunde auch – sofern sie überhaupt noch da waren. Mein Mann, den ich mittlerweile kennengelernt hatte, erst recht. Er unterstützte mich, so gut er konnte. Akzeptierte, dass unsere Beziehung hauptsächlich aus Ausruhen bestand. Viele meiner Freunde hatten längst aufgehört, mich zu fragen, ob ich ausgehen wollte oder rüberkommen, um zu kochen. Die Antwort war ja ohnehin fast immer dieselbe. Und wie sollte ich ihnen verständlich machen, warum es mir so schlecht ging und mit fast alle Aktivitäten zu anstrengend waren? Ich verstand es ja selbst nicht!

 

Die Diagnose: Plötzlich histaminintolerant

Als ich durch Zufall endlich herausfand, dass ich eine Histaminintoleranz habe und was los war mit mir, war ich zunächst richtig froh. Jetzt konnte es ja aufwärts gehen! Leider ein Irrtum. Bis zu dem Zeitpunkt war wohl schon zu viel schief gegangen mit meiner Gesundheit. Mein Körper war nach Monaten, ja Jahren, falscher bzw. einseitiger Ernährung ausgelaugt und müde. Und herauszufinden, was man mit einer Histaminunverträglichkeit wirklich essen kann und was nicht, dauert tatsächlich weitere Jahre. Ich musste lernen, auf meinen Körper zu achten und dass ich an guten Tagen mehr vertragen konnte, als an schlechten. Mit dieser Diagnose schleppte ich mich also weiter durchs Leben mit der Histaminintoleranz. Bis zu dem Punkt, an dem mein Staatsexamen anstand. Zu lernen, wenn man nach drei Stunden in der Bibliothek erstmal nach Hause muss und fünf Stunden schlafen, ist nicht gerade einfach. In dieser Zeit war schon leicht untergewichtig und sah wirklich nicht gesund aus. Meine Haut war blass und fahl, mein Körper knochig und dürr. Oft habe ich geweint, einfach weil ich so k.o. war. Die kleinsten Aufgaben überforderten mich und verlangten so viel Energie ab. Einkäufe einen Berg hochtragen zum Beispiel war unheimlich anstrengend und ich musste zwischendurch eine Pause einlegen. Ich fühlte mich wie eine 90-jährige.

 

Der Weg nach oben

Nach ca. 2 Jahren nahm ich deshalb nochmal alle Kraft zusammen und suchte einen weiteren Arzt auf, den mein Mann ausfindig gemacht hatte. Ich hatte mich auf dasselbe Spielchen wie immer eingestellt:

Arzt: “Guten Tag, was kann ich für Sie tun?”

Ich: “Mir geht es sein geraumer Zeit nicht gut.”

Arzt: “Warum geht es Ihnen nicht gut?”

Werbung/Anzeige

???Wenn ich das wüsste, wäre ich nicht hier! Also beschreibe ich die Symptome. Irgendwo zwischen Symptom Nummer zwei und fünf hört der Arzt auf, zuzuhören. Er hat etwas gefunden, was er untersuchen kann. Zum Beispiel, ob ich einen Tumor im Kopf habe und davon meine Kopfschmerzen kommen. Oder ob ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe und deshalb so müde bin. Oder einen Eisenmangel, dann macht er ein Blutbild.

Alle Tests bisher waren ohne Ergebnis und nach ein paar Versuchen wurde ich quasi weggeschickt. Ohne Diagnose oder mit Halbdiagnosen wie “Reizdarm”. Doch diesmal lief es ganz anders! Der Arzt fragte, warum ich komme und ich sagte, es gehe mir schlecht und erklärte wie immer grob, warum. Da sagte der Arzt, das sei wirklich schlimm und sollte in meinem Alter nicht sein.

“Da müssen wir was machen.”

Er nahm sich über eine Stunde Zeit für mich, obwohl das Wartezimmer voll war. Er stellte viele Fragen und machte sich ein Bild von mir. Dann machte er eine Liste an für ihn denkbaren Ursachen und empfahl mir, in eine Spezialklinik für Umwelterkrankungen im Bayerischen Wald zu gehen.

Von da an ging es tatsächlich bergauf. Nicht schnell oder in bemerkenswerten Schritten und auch begleitet von kleineren Rückschlägen, aber ganz langsam ging es bergauf. Ich habe wieder ein oder zwei Kilo zugenommen, konnte mein Staatsexamen ziemlich gut hinter mich bringen und habe sogar angefangen, mich wieder bei Freunden zu melden. Manchmal zumindest.

 

Meine Erfahrung als Betroffene mit Histaminunverträglichkeit heute

Trotzdem bin ich nach wie vor nicht so belastbar und energiegeladen wie früher. Aber damit muss ich wohl erstmal leben auch wenn ich große Angst davor habe, wie ich das mit unserem Kleinen schaffen soll?  Und das ist alles gar nichts im Vergleich zu dem Punkt, an dem ich schon mal war. Und jetzt in der Schwangerschaft geht es mit der Histaminintoleranz ohnehin super, was das essen angeht. Zum Glück habe ich einen wundervollen Mann, der mich genau so akzeptiert, wie ich bin – auch die Tatsache, dass ich schneller k.o. bin als er und mehr Schlaf und Ruhe brauche. Er nimmt mir alles ab, so gut er kann und passt auf mich auf. Laut Trauschein für den Rest unseres Lebens…

Werbung/Anzeige




Werbung/Anzeige



Alle Kommentare (33)

    hach noch jemand mit einer hit
    die schwangerschaft dürfte dir gut tun, oder?
    bei mir war es wie schlaraffenland, endlich bananen essen ohne probleme
    sogar brot ging in der zeit recht gut( ich hab auch noch ne süßgräserunverträglichkeit dazu)
    allein die umstellung danach war wieder schwer

    lg
    fio

    Das kannst du laut sagen! Schlaraffenland trifft es auf den Punkt. Nicht nur was das Essen angeht, sondern auch sonst fühle ich mich zeitweise viel besser und fitter als vor der Schwangerschaft!
    Ich habe ja große Hoffnung, dass mein Körper die Unverträglichkeit einfach “vergessen” hat während der 9 Monate 🙂

    ich selbst kenne diese schier endlosen Ansätze auf der Suche nach Antworten sehr gut. Leider habe ich festgestellt, dass viele Fachärzte nicht über ihren eigenen Tellerrand schauen. Man wird von A nach B geschickt. Über einen Arzt, der ganzheitlich sucht bzw denkt würde ich mich sehr freuen.

    Ich habe auf meiner Suche einen einzigen gefunden – ein Allgemeinarzt in Amberg (Oberpfalz)…ansonsten musste ich mir das meiste selbst zusammenreimen.

    Bei mir gibt es eine ähnliche Leidensgeschichte, nur dass bei mir die Diagnose fehlt. Viele Beschwerden (hauptsächlich Verdauung, Abgeschlagenheit und Hautprobleme, aber auch Konzentration) und keine Ursache, laut Ärzten bin ich kerngesund. Seit einiger Zeit kommt diffuser, grundloser Juckreiz dazu, besonders am linken Arm. Zum Arzt gehe ich schon gar nicht mehr, dort wurde mir bisher nie das Gefühl gegeben, dass ich ernst genommen wurde, eher, dass ich ein Hypochonder bin und alles psychosomatisch ist (gleichzeitig sagte man mir, ich soll die Psyche nicht überschätzen…). Im März hatte ich plötzlich grundlos am ganzen Oberkörper und den Oberschenkeln fürchterlich juckenden Ausschlag (noch nie vorher gehabt), keine Besserung durch Kortisoncreme, das ging 4-5 Wochen, dann wurde es langsam besser. Zu der Zeit war ich echt fertig. Seitdem hab ich den Juckreiz im linken Arm.
    Habs damals auf die Psyche geschoben, hatte kurz vorher die Diagnose Bandscheibenvorfall (mit 25, die Beschwerden bestehen aber schon seit gut 7 Jahren) und 4 erfolglose PRT-Spritzen, denke dass mein Körper mit dem Kortison in den Spritzen nicht klarkam.
    Hab Angst, dass es tatsächlich HI sein könnte, da ich als rein pflanzlich essender Mensch sowieso schon gucken muss, dass ich irgendwie meine Nährstoffe rein bekomme und nicht noch mehr weglassen möchte :/ Tja… blöd.

    Wünsche dir und deiner kleinen Familie alles Gute 🙂

    Liebe Sophie,

    ich kann die Angst verstehen, aber glaube mir: eine Diagnose und die darauf folgenden Einschränkungen sind so viel besser als diese diffusen Symptome und die Verzweiflung über den eigenen Zustand. Und trotzdem essen und besch… fühlen kannst du ja immer noch, aber du weißt wenigstens warum 😉

    Am besten wäre, du versuchst es 1-2 Wochen mit der Kartoffel-Reis-Diät, dann hast du in der Regel Klarheit. Sollte es dir damit tatsächlich gut gehen, kannst du nach und nach Lebensmittel ausprobieren. Vergiss aber nicht, dass nach so einer jahrelangen Leidensphase der Körper allgemein sehr geschwächt und ausgezehrt ist. Mit einer Ernährungsumstellung wird es daher nicht von heute auf morgen erledigt sein, der Weg ist leider sehr, sehr lang. Aber es lohnt sich, denn alles ist besser als das, was du jetzt durchmachst!

    Ich wünsche dir, dass du bald die Ursache findest und es in Zukunft wieder aufwärts geht.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Hallo,

    es freut mich als Erstens, das du wieder gesund bist, besser gesagt dich gesund fühlst. Dürfte ich wissen, welche Symptome du genau hattest? Damit kann ich mir vielleicht ein Bild machen. Eventuell leide ich auch unter einer Histaminintoleranz. Bei mir wurden allerdings vor ein paar Tagen eine Fructose-und Sorbitmalabsorption festgestellt. Vielleicht haben meine Symptome auch damit zu tun.
    Freue mich auf deine Antwort.

    Liebe Grüße,
    Emir

    Hallo Emir,

    am besten, du versuchst es einfach mal mit der Kartoffel-Reis-Diät. 1,5 bis 2 Wochen reichen, um eine deutliche Besserung zu spüren. Die Symptome sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden, auch wie schnell sie kommen und wie lange sie bleiben.
    Ich habe ein zu Viel an Histamin im Essen meist erst am nächsten Morgen oder im Laufe des Folgetages bemerkt. Das fühlte sich an wie ein übler Kater nach einer durchfeierten Nacht. Übelkeit, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Lustlosigkeit. Außerdem hat meine Haut mit extremer Trockenheit und teilweise auch Ausschlag reagiert und meine Gelenke haben geschmerzt .
    Sollte wirklich eine HIT bei dir diagnostiziert werden (manchmal muss man die Ärzte zwingen, zahlen tust du den Test eh selbst), dann finde dich nicht damit ab. Bei mir wurde damals auch eine Fructosemalabsorption festgestellt. Was mir lange nicht gesagt wurde: gerade Probleme mit Fructose sind meist nur vorübergehend und auf ein Ungleichgewicht im Darm zurückzuführen. Das ist auch wirklich recht schnell wieder weggegangen bei mir. Was geholfen hat, war die Kur gegen Parasiten in meinem Darm und eine Darmsanierung. (Schau mal hier vorbei: http://sonnen-geflecht.de/alternative-therapie/darmsanierung-bei-histaminintoleranz/)

    Ich wünsche dir alles Gute,
    Kopf hoch,
    liebe Grüße,
    Johanna

    Schaut mal nach ob ihr Amalgamfüllungen habt. Das ist für sehr viele Unverträglichkeiten verantwortlich. Wenn ihr die Füllungen entfernt habt, könnt ihr erst eine Schwermetallausleitung durchführen. Ich bin dank der ausleitung zu mir gekommen. Fühle mich wie neugeboren.

    Vielen Dank, Selcuk, für diesen wertvollen Hinweis. In der Tat liegt es bei manchen an so “simplen” Ursachen. Ich freue mich, dass Du sie gefunden hast!
    Alles Gute weiterhin,
    Hanna

    Liebe Rubbelmama, vorab – auf eine Suchanzeige bei Facebook, nach einem Arzt der sich mit Histaminintoleranz auskennt, empfahl mir eine liebe Nachbarin Deinen Blog. Ich lebe seit zwei Jahren vegan und vor zwei Jahren fing ich an krank zu werden. Es fing einfach nur mal mit Husten an (denkt sich kein Mensch was dabei), der ging nicht weg und es kamen unzählige Symptome dazu. Schlimm waren vor allem seit Oktober 15 eine ununterbrochen entzündete Zunge, bei der keine Therapie,kein Tipp aus dem Internet und kein Arzt helfen konnte. Und absolut furchtbar waren schreckliche Schlafstörungen, mit nächtlichen Panik Attacken, Atemproblemen und kaum Schlaf. Aber natürlich habe ich diese und weitere Symptome nicht in Zusammenhang gebracht. Ähnlich wie Du, stellte ich zwar fest, dass es Lebensmittel gibt, die zb die Entzündung der Zunge “begünstigen”, aber mal ja, mal nein. Dann nahm ich eine Zeitlang dieses Nahrungsmittel nicht zu mir, aber es ging ja dadurch nicht besser.
    Ich war bei verschiedenen Ärzten, es wurde ein Allergietest gemacht, Ok allergisch auf Bäume. Da stand auch was von Histaminintoleranz, aber mir wurde nichts erklärt. Am Anfang meiner veganen Ernährung stellte ich irgendwie fest, dass ich Soja nicht gut vertrage und wollte die gekauften Sojaprodukte abgeben und mich schrieb jemand an, dass es HIT sein könnte, aber ich habe einfach nicht weiter nachgedacht. Vegan zu leben war eine riesige Umstellung und ich habe ca ein Jahr gebraucht, bis ich mich ernährungstechnisch wohl und sicher fühlte.
    Letzten Freitag fiel mir auf, dass ich öfters nach dem Essen eine Gesichtshälfte stark gerötet hatte. Ich googelte und da war sie: die Histaminintoleranz. Und alle “roten” Lebensmittel waren die, auf die ich immer so schlimm reagierte. Und einige von den “orangen”. Und alle Symptome passten auf einmal zusammen. Jetzt habe ich Dir so furchtbar viel geschrieben, aber ich bin im Moment furchtbar durcheinander. 85% der Lebensmittel, von denen ich mich ernährte fallen weg. Eine bekannte vegane “Allergie Bloggerin”-Kochtrotz, die auch an HIT leidet, hat die vegane Ernährung aufgegeben, weil es sonst bei ihr nährstofftechnisch nicht mehr hinkam.
    Ich suche einen Arzt. Meine sehr gute Hausärztin, bei der ich gut aufgehoben war, hat vor einem Jahr ohne Ankündigung aufgehört. Mit ihrem Mann, der die Praxis alleine weiterführt, komme ich nicht klar, kann mit ihm nicht reden. Vielleicht kannst Du mir einen Arzt empfehlen, der für mich irgendwie erreichbar wäre. Ich bedanke mich für Deine Geduld, die ich jetzt wirklich strapaziert habe. Verzeih mir, Du hast bestimmt genug zu tun. Wenn Du keine Zeit /Lust/Möglichkeit hast, mir weiter zu helfen, ist das natürlich völlig ok. Trotzdem danke. Ganz liebe Grüße Petra ?

    Liebe Petra,

    ich verstehe sehr gut, wie viel das alles im Moment sein muss. Und dann ist da wahrscheinlich die Hoffnung, dass jetzt endlich alles besser wird. Die will ich dir natürlich nicht nehmen, denn seit der Diagnose und Ernährungsumstellung ist bei mir alles besser geworden. Aber: es hat Jahre gedauert, der weg ist lang und führt über viele Sackgassen. Wenn du seit zwei Jahren krank bist, wird dein Körper sich nicht von heute auf Morgen erholen.

    Oft ist die HIT auch nur ein Symptom und nicht die endgültige Diagnose. Darf ich fragen, wie alt du bist?

    Woher kommst Du denn? Ich habe in meiner HIT-Laufbahn nur zwei Orte gefunden, an denen ich mich gut aufgehoben gefühlt habe: ein Arzt in Amberg und eine Klinik im Bayerischen Wald.

    Ich kann die Beweggründe einer veganen Ernährung gut nachvollziehen und stimme da grundsätzlich zu. Ich esse schon immer sehr wenig Fleisch und hätte es am liebsten auch ganz weggelassen. Als ich von der HIT erfuhr und so viele andere Dinge nicht essen durfte, habe ich sehr oft Fleisch gegessen. Einfach, um sicher zu gehen, dass ich genügend Nährstoffe bekomme. Das würde ich dir vielleicht auch empfehlen, zumindest bis sich dein Zustand stabilisiert hat. Anfangen würde ich mit 2 Wochen Kartoffel-Reis-Diät, so kann dein Körper entgiften und zur Ruhe kommen. Danach kannst du mit den Lebensmitteln anfangen, die auf jeden Fall gehen sollten. Achte darauf, dass diese möglichst frisch sind und bei Kühlprodukten die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Iss kein aufgewärmtes Fleisch oder alten Käse.

    In der Schwangerschaft und Stillzeit war die HIT bei mir weg. In dieser Zeit habe ich fast vegetarisch gelebt.

    Vielleicht helfen dir auch meine Artikel hier weiter: http://sonnen-geflecht.de

    Ich habe vor kurzem einen Labortest machen lassen, der auf eine Östrogendominanz hinweist. Ein solcher Hormonstatus-Speicheltest kann auch vom Arzt veranlasst werden. Genauso wie ein Test der Darmflora solltest du das auf jeden Fall untersuchen lassen.

    Wenn du noch Fragen hast, melde dich gerne!

    Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht und du einen Weg findest.

    Liebe Grüße,
    Hanna

    Hallo Hanna,
    HIT ist heilbar! Ganz ohne schädliche Medikamente. IcH hatte auch ganz,ganz schlechte Histaminwerte,war ein paar Monate deshalb wöchentlich beim Arzt zur Behandlung, aber ich bin tatsächlich geheilt. und kann wieder alles problemlos easen und trinken. Kann nach ein paar Jahren wieder auftreten, aber dann weiss ich wenigstens,an wen ich mich wenden kann. Alles,was man braucht,ist ein sehr guter Arzt, der ganzheitlich denkt!
    Viele Grüße, Katrin

    Liebe Katrin,

    was hat der Arzt bei dir gemacht? Bei welchem warst du? Ich habe das schon einmal gehört, allerdings ist der Arzt in Graz – für mich eine ziemliche Strecke mit Kleinkind und das mehrmals.
    Ich glaube auch, dass das Zustand heilbar ist. Allerdings muss man sehr, sehr viel Glück haben, einen Arzt zu finden, der genau deine Probleme erkennt und therapieren kann. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf 😉

    Danke für den Kommentar!
    Hanna

    Liebe Rubbelmama,
    Ich leide auch an Histaminintoleranz und zusätzlich noch an Hashimoto. Habe leider bisher auch noch keinen guten Arzt gefunden, deswegen wollte ich fragen, welcher Arzt in Graz gemeint ist (ich bin aus der Gegend). Wäre für die Info wirklich sehr sehr dankbar!!! (Gerne auch per Mail, wenn der Name nicht veröffentlicht werden soll).

    Danke und Lg- Claudia

    Liebe Claudia,
    das ist natürlich kein Geheimnis – habe nur selbst noch keinerlei Erfahrung mit dem Arzt, daher keine offizielle Empfehlung 😉

    Dr. Ammann
    Carnerigasse
    8010 Graz

    Er hat glaube ich eine Tochter, die unter HIT leidet und die er immer mal wieder mit einem alternativen Heilerfahren behandelt. Dadurch bessert sich ihr Zustand wohl zur Symptomfreiheit, nach einiger Zeit kommt es aber wieder. So die Geschichte, die ich gehört habe, wer weiß, was dran ist. Wenn du hingehst, würde ich mich SEHR über eine Rückmeldung und darüber, ob sich der Weg für mich lohnt, freuen!

    liebe Grüße und alles Gute für dich,
    Hanna

    Hallo,
    ich habe auch die Diagnose HIT, hat aber auch lange gedauert bis das mal jemand erkannt hat. Nur wirklich weiter geht es jetzt auch nicht. Diagnose bekommen und nun sieh zu wie du klar kommst.
    Reis und Kartoffeln sichern das überleben aber irgendwann würde ich schon mal wieder was anderes essen.
    Vielleicht hat ja jemand einen Tipp zu welchem Arzt ich gehen könnte.
    Rheinland-Pfalz / Nähe Kaiserslautern bzw Saarbrücken ( Saarland)
    Ich wünsche Allen HIT Betroffenen gute Besserung

    Liebe Bärbel,

    genau so ging es mir auch. Der Weg bis zur Diagnose ist lang. Und dann denken alle “Hey, jetzt weiß sie ja, was sie nicht essen darf und wird wieder wie vorher”. So einfach ist das bei HIT leider nicht. Bei mir hat es etwa 7 Jahre und eine Schwangerschaft gedauert, bis ich annähernd wieder “wie vorher” bin. Gib nicht auf, hör nicht auf weiter zu suchen. Irgendwas macht Deinem Körper zu schaffen, bringt ihn ins Ungleichgewicht. Bei mir waren es wohl die Hormone, so weit ich das rückblickend beurteilen kann.

    Wenn Du das Gefühl hast, selbst gar nicht richtig auf die Beine zu kommen, kann ich Dir sehr die Spezialklinik in Neukirchen beim Heiligen Blut (Bayerischer Wald) empfehlen. Der Aufenthalt wird vollkommen von der Krankenkasse übernommen, auch alle Vitaminpräparate, Daosin usw. das du in dieser Zeit bekommst. Du brauchst eine Einweisung vom Facharzt (Gastroenterologen oder Internisten) und musst dort vorher einen Termin vereinbaren. Ich war 3 Wochen, manche bleiben viel länger, je nach Diagnose und Zustand. Dort wirst du noch einmal richtig durchgecheckt und aufgepeppelt. Mir hat das gefühlt das Leben gerettet.

    Ich wünsche dir sehr, dass es bald aufwärts geht. Kennst du schon die Seite “Leben-mit-ohne” von Nora? Sie gibt auch sehr viel wertvollen Input, die über die reine Ernährung hinaus gehen.

    Alles Liebe,
    Hanna

    hallo hanna,

    danke für die informative Seite. Ich habe eine Frage zur Klinik beim heiligen Blut. Gibt es dort Unterbringungsmöglichkeiten für zweiKinder? Leide auch sehr extrem unter der Krankheit. Vielen Dank für Antwort

    Hallo,

    leider kann ich diese Frage nicht beantworten. Damals hatte ich noch kein Kind. Am besten, Du rufst einfach kurz an und fragst nach!

    Viele Grüße und alles Gute für Dich,
    Hanna

    Hallo hatte zum ersten mal im Sommer auf Tomaten reagiert Zunge brannte und der Hals ging zu, seitdem habe ich Probleme mit dem Essen. Brot geht gar nicht und viele andere Lebensmittel auch nicht. Gehe im Moment zum Hautarzt, dauert aber Wochen bis man Ergebnisse hat oder einen Termin. Kann mir jemand helfen, der die gleichen Symptome hat wie ich? Vorab mal Danke

    Hallo Monika,

    wenn die Beschwerden unmittelbar, also innerhalb weniger Minuten, nach dem Verzehr der Lebensmittel kommen, handelt es sich wohl um eine Allergie.

    Wenn es etwa 30-45 Minuten dauert, ist eine Histaminintoleranz gut möglich.

    Hast Du denn noch weitere Symptome oder Beschwerden?

    Hallo Hanna,
    ein toller Blog!
    Bei mir wurde nach fast 4 Jahren endloser Arzttermine und Krankenhausaufenthalte (inklusive nicht notwendigen OPS) mit Fehldiagnosen nun Histaminintoleranz eindeutig festgestellt. Und ich muss sagen,es passt so gut zu meinen Symptomen, dass ich davon auch überzeugt bin. Habe oft stechende Schmerzen im unteren Bauch, Brustbein, Flanken, Aufstoßen, Blähungen, gerötetes Gesicht, Juckreiz, Quaddeln, brennen im Mund, kleine rote Hauteinblutungen (keine Petechien!), Schwindel, vernebelten Kopf etc. Bei mir hat es eine junge Hautärztin anhand eines Bluttests festgestellt. Alle, die sich unsicher sind, ob sie HIT haben: lasst euch testen, ob ihr a) Zu viel Histamin im Blut und b) DAO-Mangel habt (Enzym, das Histamin abbaut, manchmal ist Histamin gerade ok, aber wenn zu wenig DAO im Blut ist, bedeutet das Histaminintoleranz). Gebt nicht auf, wenn die Ärzte euch belächeln oder
    einreden wollen, dass es psychisch ist. Lasst es einfach überprüfen.
    Ein Stuhltest hatte vor 2 Jahren bei mir kein Ergebnis gebracht, diese sind nicht zu empfehlen, da zu ungenau.
    Hanna, wie geht es dir mittlerweile mit den Symptomen?
    In meiner Schwangerschaft konnte ich auch ohne Probleme alles essen, liegt wohl daran, dass die DAO-Produktion dann ordentlich ansteigt 🙂

    Hallo liebe Leserin,

    vielen Dank für diesen mutmachenden Kommentar. Du hast so recht! Gebt niemals auf, sucht weiter, besteht auf Tests, egal ob von der Krankenkasse übernommen oder selbst gezahlt. Ärzte meinen das in der Regel nicht böse, sie wissen es einfach nicht besser. Verstehen nicht, wie es ist, sich immer so kaputt und pseudo-krank zu fühlen.

    Mir geht es mittlerweile meistens gut. Ich esse ganz normal selbst Pizza oder Spaghetti Bolognese stecke ich meistens symptomfrei weg. Wenn es mich doch mal erwischt, dann ist die Sache nach etwa einem halben Tag wieder vorbei. Dieser seltene Fall rechtfertigt es für mich nicht, weiterhin ständig darauf zu achten, was ich esse. Vor einigen Monaten habe ich über einen Labortest von Amazon meinen Hormonhaushalt testen lassen. Anscheinend habe ich eine Östrogendominanz, die eine HIT verursachen kann. Die Symptome dieses Hormonungleichgewichts merke ich teils stark. Aber zumindest kann ich wieder normal essen…

    Ich wünsche dir, dass du auch einen Weg aus der Krankheit findest! Gib nicht auf!

    Viel Grüße,
    Hanna

    Vielen lieben Dank für deinen tollen Artikel, er ähnelt meinem Leidensweg.
    Ich hatte massiv Herzprobleme, jeden Tag Kopfschmerzen und war so müde, dass ich den ganzen Tag hätte schlafen können.
    Nach 3 langen Jahren mit deprimierenden Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten, bin ich durch Recherchen im Internet und einer Eliminationsdiät ebenfalls auf das Ergebnis HIT gekommen. Laut den Ärzten wäre ich kerngesund, meine Blutwerte verdienen eine 1 mit Stern und es wäre alles nur der Stress und meine angeblichen Depressionen.
    Seitdem ich histaminhaltige Lebensmittel weglasse geht es mir so gut wie schon seit Jahren nicht mehr!
    Nur die “ärztliche Bescheinigung”, dass dem so ist, fehlt mir noch. Der Bluttest war bei mir nicht auffällig. Gibt es eine andere Methode um HIT noch festzustellen? Konnte es bei dir durch irgendeinen Test festgestellt werden?

    Hallo Janine,

    es gibt verschiedene Enzyme und Organe im Körper, durch die Histamin abgebaut wird. Diaminoxidase baut Histamin aus Lebensmitteln direkt im Darm ab. Rückstände daraus können im Blut nachgewiesen werden. Histamin, das bereits im Blutkreislauf ist, wird in der Leber und Nieren von einem Enzym namens Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) abgebaut. Sie kann meines Wissens nicht nachgewiesen werden. Außerdem kann es sein, dass Deine DAO-Werte zwar normal sind, aber die Enzyme trotzdem nicht fertig werden mit dem Abbau, weil der Histaminpegel aufgrund einer anderen Erkrankung (z.B. Allergien oder Mastzellen-Erkrankung) stark erhöht ist.
    Welchen DAO-Wert zeigt denn der Bluttest? Dieser ist immer auch stark davon abhängig, wie Du Dich in der Zeit vorher ernährt hast.
    Geht es Dir denn mit der histaminfreien Diät wieder richtig gut, oder hast Du das Gefühl, dass Du noch weitere Behandlung benötigst?

    Hallo, bei mir ist eine HIT sehr wahrscheinlich. Ich leide jetzt seit mehr als 10 Jahren, vermutlich schon mein gesamtes Leben, da ich schon als Kind Probleme mit Nahrungsmitteln hatte. Die Beschwerden spitzen sich zu. Die Nesselsucht an meiner Stirn wird bei jedem Schub größer, Herzstolpern und geschwollener Hals, Tinnitus, alles ganz schlimm. Genauso wie Du kann ich mich selber nicht mehr reden hören. mein Freund lächelt nur noch und nickt, was soll er auch sonst tun. Übermorgen habe ich den Termin bei einem Gatro-Ärztin, aber die kenne ich noch nicht lange, keine Ahnung, ob sie mir auch, wie so viele vor ihr, sagt, es sei Stress. Ich habe jahrelang die Praxen gemieden, weil ich mir so dumm vorkam, ich fast heulte, wenn ich die Praxis verließ. Ich bin nicht krank wegen Stress, ich habe Stress, weil ich krank bin! Ich habe fast Angst, eine HI (von der ich überzeugt bin) wird bei einer U nicht festgestellt. Aber diesmal werde ich weiter machen. Ich habe 2 kleine Kinder und ich will endlich das Leben wieder richtig genießen können.
    Danke für deine Worte, sie hätten von mir sein können.

    Kennt jemand einen Arzt in Berlin, der mich ernst nimmt und auf Lebenmitteldriss untersucht, ohne dass ich darum betteln muss? Ich wäre für einen Tipp sehr dankbar.

    Liebe Grüße,
    Riva

    Liebe Riva,

    ich kann Dich so gut verstehen. Ich gehe bis heute eigentlich nur zum Arzt, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt. Ich hasse dieses Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

    Wenn der Test negativ ist, bedeutet es nicht, dass Deine Probleme nicht mit HIT zu tun haben. Es gibt zwei Formen, weil es auch zwei histaminabbauende Enzyme im Körper gibt. Der Bluttest, der in der Regel gemacht wird, testet nur eine davon, nämlich die DAO-induzierte. Vertrau auf Dich und Deinen Körper. Wenn es Dir besser geht mit einer histaminarmen Diät, mach es. Am Ende des Tages kannst eh nur Du selbst Dir helfen, egal, was die Tests sagen. Denn eine “Medizin” im engeren Sinne gibt es nicht.

    Wenn Du das Gefühl hast, wirklich nicht weiter zu kommen, empfehle ich Dir die Umweltklinik im Bayerischen Wald (Rötz bzw. Neukirchen). Mich haben die so weit hingebogen, dass ich den Rest dann alleine schaffen konnte 😉

    Ich wünsche Dir alles Gute, einen guten Arzt in Berlin habe ich leider noch nicht gefunden.

    Viele Grüße,
    Hanna

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.