Unsere 3 Tage Stockholm – Mit Kind im Winter durch Schwedens Hauptstadt

An einem verschneiten Tag im Februar haben wir uns mit unserem Kleinkind (2,5 Jahre) auf den Weg nach Stockholm gemacht. Schnell mussten wir feststellen, dass es für Stockholm im Winter mit Kindern wirklich wenig brauchbare Reisetipps gibt – die meisten Berichte beziehen sich auf annehmliches Sommerwetter. Wie wir unsere drei Tage in Stockholm mit Kleinkind verbracht haben und warum die Stadt trotz Kälte ihrem kinderfreundlichen Ruf gerecht wird, davon möchte ich heute berichten.


TOP 3: Stockholm im Winter mit Kindern

  1. Lill-Skansen
  2. Kulturhuset
  3. Junibacken – Astrid Lindgren Erlebniswelt

Für alle, die jetzt gerne wissen wollen, wo diese Orte zu finden sind, habe ich eine Google Map angelegt. 😉


 

Unsere Erfahrung in Stockholm im Winter mit Kleinkind

Mein großer Bruder lebt seit vielen Jahren in Schweden, ist mittlerweile schwedischer Staatsbürger. Seit einigen Jahren ist er in Stockholm – nun haben wir es endlich geschafft, ihn und seine zukünftige Frau dort zu besuchen. Die beiden leben in Kista, einem Stadtteil im Nordwesten Stockholms, nicht allzuweit vom Flughafen Stockholm-Arlanda entfernt. Dort sind die Mietpreise noch einigermaßen annehmbar und mit der “Tunnelbana” (U-Bahn) ist man schnell im Zentrum der Stadt.

Die 3-Zimmer Wohnung der beiden ist zum Glück super kinderfreundlich und nicht brandneu eingerichtet. Unser Sohn hat sich dort deshalb pudelwohl gefühlt und wir ebenso. In den vier Nächten, die wir dort geschlafen haben, hat er jede Nacht von 20-5 Uhr durchgeschlafen und dann nach kurzem Kuscheln weiter bis etwa 6:15 Uhr. Das ist sehr ungewöhnlich und war wirklich erholsam, vor allem, weil ich auch leicht erkältet war.

Ist Stockholm kinderfreundlich?

Schweden ist ein kinderfreundliches Land. Anders als bei uns manchmal wird nicht erwartet, dass Kinder sich perfekt an das Leben der Erwachsenen anpassen, keinen Lärm machen und immer still sitzen. Mein Bruder erzählt, dass es in der Arbeitswelt ganz normal ist, dass Väter zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist oder Kinder mit zur Arbeit genommen werden, wenn die Betreuung ausfällt. Meetings werden selbstverständlich verschoben, wenn etwas mit den Kindern ist und niemand wundert sich darüber.

Es gibt es fast immer vergünstigte, kleinere Portionen für Kinder im Restaurant– normales Essen, nicht Chicken Nuggets mit Pommes und Ketchup. Kinderstühle sind eine Selbstvertändlichkeit und niemand sieht einen schief an, weil man ein Kind ins Restaurant bringt.

Einzelpersonen mit Kind im Kinderwagen fahren kostenlos Bus, damit sie nicht vorne einen Fahrschein kaufen müssen, während das Kind allein bleibt.

Kinder gehören zum öffentlichen Leben, genauso wie Spielplätze und andere Beschäftigungsmöglichkeiten zum Stadtbild gehören.

Werbung/Anzeige
Spielecken gibt es am Flughafen Stockholm-Arlanda mehrere pro Terminal.

Tag 1: Skansen Zoo

Am unserem ersten Morgen in Stockholm hatten wir Glück: Der Himmel war blau und die Sonne strahlte. Die Temperaturen bewegten sich irgendwo um den Gefrierpunkt und in der Sonne war es auch draußen angenehm. Wir machten uns also auf zu einer der größten Attraktionen, die Stockholm (im Winter) zu bieten hat: Skansen.

Eine großzügige Anlage mit Zoo, Museumshäusern, Konzertbühne und vielem weiteren. Im Winter ist der Eintritt günstiger als im Sommer – denn dann sind die meisten Stände und Verkaufshäuschen, Museumshäuser und Karusselle geschlossen. Dafür sind dort auch kaum Besucher, das heißt, wir hatten die Anlage fast für uns alleine. Für ein Kleinkind wie unseres bedeutet das, dass es sich nach Herzenslust bewegen kann, während die Eltern entspannt nebenher schlendern. Es gibt dort wenig Orte, wo das Kind nicht hin darf oder gefährdet wird.

Zwischendurch machte der kleine Mann seinen Mittagsschlaf in unserer Manduca. Der Park ist auch mit dem Kinderwagen gut zugänglich, so wie fast alles in Stockholm. Für uns ist das Tragen jedoch immer noch die angenehmste Variante, weil wir einfach flexibler sind und nichts mit uns herumschieben müssen.

Im “Lil Skansen”, dem IndoorKleintierzoo für Kinder, haben wir uns wirklich lange aufgehalten. Hier ist es angenehm warm, wir konnten uns als Eltern hinsetzen und entspannen, während der Kleine alles erkundete. Der Raum ist einigermaßen übersichtlich und es gibt Platz zum Klettern und Toben.

Skansen hat auch einen kleinen Streichelzoo und einem kleinen Häuschen mit Kleintieren, wo man sich im Winter super aufwärmen kann.

Im Winter hat im Skansen nur ein einziges Restaurant geöffnte, das dafür mit Blick über die Stadt und einem guten Angebot.

Tag 2: Innenstadt und Kulturhuset

Am zweiten Tag stand für uns die Stockholmer Innenstadt auf dem Programm. Leider war das Wetter nun etwas wechselhafter und meistens schneite es.

Bei diesem Wetter macht das Herumlaufen in der Stadt nur bedingt Freude und nach etwa 1,5 Stunden mit Kind auf dem Rücken gaben wir auf. Uns war kalt und der Kleine wollte Essen und Bewegung.

Zum Glück fanden wir für beides den perfekten Ort: Das Kulturhuset am T-Centralen (Zentralstation der Tunnelbahn mitten in der Stadt). Im obersten Stockwerk gibt es dort ein Restaurant, in dem man für Stockholm vergleichsweise günstig essen kann. Natürlich gab es dort Kinderangebote und herumflitzende Kinder wie oben beschrieben. Ein Paradies für unser Kind.

Ein Stockwerk tiefer ist das “Kinderstockwerk“. Dort kann man einfach auf einer Bank sitzen und Essen oder warten, während das Kind schläft. Natürlich gibt es auch dort Bewegungsmöglichkeiten für die Kleinsten.

Der größte Teil des Stockwerkes wird eingenommen von der kostenlosen Kinder-Bibliothek. An vollen Tagen – in unserem Fall ein Samstag Nachmittag – muss man dort eine Nummer ziehen und warten, sodass es drinnen niemals voll ist. Wir warteten etwa eine Stunde, aßen in dieser Zeit aber gemütlich zu mittag.

In der Bibliothek gibt es nicht nur Kinderbücher in verschiedenen Sprachen und einen Krabbelbereich, sondern auch Brettspiele, eine Singstunde und täglich verschiedene Beschäftigung wie Töpfern oder Malen auf Leinwänden.

Der Ausblick allein ist außerdem schon Bespaßung pur – man sieht dort verschiedene Häuser, Straßen und Baustellen.

Tag 3: Junibacken – Kinderwelt nach Astrid Lindgren

An unserem dritten und letzten Tag war das Wetter nicht besser. Wir verbrachten daher den Vormittag im Junibacken, einer Kinder-Erlebniswelt nach Astrid Lindgren. Die Eintrittspreise dort sind zugegeben ordentlich. Fast 60 Euro für uns drei. Dafür bekommen die Kinder aber auch einiges geboten – vor allem viel Bewegung und andere Kinder. Wer im ersten Spielraum genug getobt hat, der wird mit einer Art Gondel durch eine Miniatur-Welt gefahren, während eine Erzählerstimme aus verschiedenen Geschichten der Schriftstellerin erzählt. Für mich eine Reise durch meine Kindheitshelden, für den Kleinen einfach nur spannend, weil wir teils durch die Luft schwebten, sich die Gondel drehte oder im letzten Moment eine Tür öffnete, durch die wir fuhren.

Oben wartete dann eine verrückte Villa Kunterbunt auf uns, in der man alles anfassen, beklettern und bespielen durfte. Auch ein lebensechtes Pferd gab es dort.

Die Treppe hinunter gibt es ein Restaurant und weitere Spielmöglichkeiten. Zum Beispiel auch dieses Fotoset:

Weitere Aktivitäten in Stockholm im Winter mit Kindern

  • Fähre statt Bus benutzen, ist geheizt und im normalen Tagesticket inklusive

  • Schlittschuhfahren mitten in der Stadt

  • Spielwarengeschäft BR (Drottninggatan 39, 111 51 Stockholm, Schweden), dort gibt es eine Spielecke für die Kleinen und eine tolle Aussicht

Werbung/Anzeige




Werbung/Anzeige



Alle Kommentare (2)

    Wir waren vor vielen Jahren auch mal im Januar für ein Wochenende dort, allerdings noch vollkommen ohne Kinder 🙂 Da war auch alles voller Schnee und Salz (weil gestreut). ich weiß noch, ich brauchte danach neue Schuhe, weil das Salz meine anderen zerfressen hatte. Aber es war dennoch so schön. Ich möchte unbedingt im Sommer oder Frühling nochmal hin.

Sag uns, was Du dazu denkst

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.