Termin bei der Hebamme & die Sache mit dem Vertrauen

Hebamme Vertrauen

Mittwoch hatte ich wieder einen Vorsorgetermin bei meiner Hebamme. Ich wurde akupunktiert und es wurde ein CTG gemacht – das erste Mal, dass ich ca. 30 Minuten durchgehend die Herztöne meines Kleinen hören konnte – und es ist alles in Ordnung. Die Kurve des Tokogramm (Wehentätigkeit) ist etwas unruhig, aber nichts Auffälliges. Leichte Übungswehen sind ja wohl langsam auch normal in der 28. SSW.

Auch für meinen Bauch und dessen Größe – ich bin ja immer der Meinung, dass er wahnsinnig klein ist – hatte sie nur bewundernde Worte. Trotz meiner mittlerweile 11-Kilo-plus wurde ich als wahnsinnig schlank bezeichnet. Das hört Frau natürlich immer gerne. Alles in allem also ein positives Erlebnis. Wenn weiterhin alles so gut ist, wie momentan, bräuchte ich erst in ein paar Wochen wiederkommen, also Anfang Mai.

Natürlich hat mich dieser Termin sehr beruhigt, immerhin mache ich mir seit der Nacht mit den Unterleibsschmerzen doch des öfteren meine Gedanken, ob alles in Ordnung ist. Das hat die Hebamme natürlich sofort gemerkt und gefragt, worüber ich mich denn sorge. Ich solle dem Kleinen doch ein wenig mehr Vertrauen schenken.

Dem ungeborenen Baby vertrauen

Und genau das ist das Stichwort: Vertrauen. Nach dem Schwangerschaftstest hatte ich mir so fest vorgenommen, darauf zu vertrauen, dass schon alles gut geht. Ich wollte keine dieser Schwangeren zu sein, die sich Sorgen um die Bakterien auf dem Käse macht oder ob ein Stück Fleisch wirklich ganz durchgebraten ist, die Angst vor Infektionen und Viren hat. Ich wollte einfach darauf vertrauen, dass mein Baby gesund zur Welt kommen würde.

Das hat einige Wochen auch geklappt, und zwar bis zu dem Punkt, als ich das erste Mal spüren konnte, wie der Zappelzwerg sich in meinem Bauch bewegt. Ich glaube, das ist für viele Frauen, die zunächst keinen konkreten Kinderwunsch hatten, der Zeitpunkt, zu dem sie wirklich anfangen, eine Beziehung zu dem kleinen Wesen aufzubauen. So auch bei mir. Und mit den Muttergefühlen kamen auch die Sorgen. Und das Vertrauen wurde kleiner. Vor allem in mich als werdende Mutter. Passe ich wirklich genug auf? Was ist da genau drin? Hat der Käse eine Rinde? Feta und Mozarella lieber sein lassen? Sicherheitshalber ja…Und so weiter.

Noch hoffe ich, das wird leichter, wenn der Kleine wirklich bei uns ist und wir zumindest sehen können, dass es ihm soweit gut geht. Aber wahrscheinlich nicht. Alle Frauen, die schon Kinder haben, haben mir bisher erklärt, das wird wenn dann noch schlimmer. Egal, welches Alter die Kinder haben.

Einzige Lösung scheint also wirklich etwas mehr Vertrauen. Und das übe ich zur Zeit. Ich versuche, mir nicht vorzustellen, dass was nicht in Ordnung ist, wenn er sich mal einen Tag weniger bewegt, sondern wir er sich ausruht, total ausgepowert von den ganzen Turnübungen, die er sonst so macht. Ich lege mich nach der Arbeit bewusst auf die Couch, streichle den Bauch und fühl ein bisschen in mich hinein, wie da alles in Ordnung ist. Die letzten zwei Tage hat es ganz gut geklappt, mal sehen, ob und wann die Sorgen wiederkommen…

1 Kommentar zu „Termin bei der Hebamme & die Sache mit dem Vertrauen“

  1. Vertrauen ist wirklich so eine Sache – Sorgen eine andere.
    Es ist echt nicht einfach, darauf zu vertrauen, dass es dem Zwergerl gut geht, wenn man es selbst so wenig überprüfen, sprich sehen oder hören, kann.
    Ich mache mir, genau wie du, jede Menge Sorgen: über’s Essen; über’s zu-viel-sitzen und zu-wenig-ausruhen; über’s zu-viel-bewegen (oder doch zu wenig?); darüber, ob wir rechtzeitig alles besorgt und hergerichtet haben; darüber, ob er sich eh rechtzeitig richtigherum drehen wird (noch schlägt er ja offenbar Purzelbäume in alle Richtungen) usw.

    Und die Sorgen werden tatsächlich nicht weniger, wenn das Baby mal da ist – aber anders. Mir ist es so gegangen, wie du es dir erhoffst: es _ist_ leichter, wenn man mit eigenen Augen überprüfen kann, dass das Zwergerl eigentlich wohlauf ist.
    Dafür kommen immer wieder andere, wechselnde Sorgen hinzu. Auch um Mia mache ich mir (fast ständig) irgendwelche Sorgen: isst sie genug? versorge ich sie wirklich mit allen wichtigen Nährstoffen (wenn sie tagelang nur Nudeln mit Parmesan isst kann ich mir das kaum vorstellen)?kann ich ihr den Kindergarten wirklich „zumuten“, wenn sie so ungern da hin geht? wo und wie fällt sie das nächste Mal hin/ wo runter und wie sehr wird sie sich dabei verletzten? ist ihre Haut in Ordnung – sie kratzt momentan wieder sehr oft?
    Und noch viele mehr.

    Ich glaube inzwischen, das gehört einfach zum Mama-Sein dazu – wir sind verantwortlich für ein anderes Lebewesen, da bleibt es nicht aus, sich Sorgen zu machen, ob wir dieser Verantwortung auch gerecht werden.
    Wichtig für mich ist, dass ich mir meine Sorgen nicht so sehr anmerken lasse, dass sie sich davon eingeschränkt fühlt. Ich versuche, sie beim Herumklettern auf Mäuerchen oder am Klettergerüst darin zu bestärken, an sich zu glauben. Meist (!) schaffe ich das schon. Und du wirst das sicher auch schaffen!

    alles Liebe,
    Andrea

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