Stechen und Ziehen im Unterleib während der Schwangerschaft


Viele Schwangere kennen das Stechen im Unterleib. Sofort macht man sich Gedanken, ob wohl alles in Ordnung sei? Bisher war ich ja ganz zufrieden und schon auch ein wenig stolz, dass meine Schwangerschaft so gut verlaufen ist. Und vor allem, dass ich bis auf einen Tag, den ich in den ersten Wochen wegen einer schweren Erkältung ausgefallen bin, jeden Tag ganz normal ins Büro konnte. Dass die letzte Woche etwas anstrengend war, ist auch kein Geheimnis. Aber was heute Nacht passiert ist, hatte ich nicht erwartet.

Stechen und leichtes Ziehen im Unterleib normal, wenn man schwanger ist?

Meinen Mann hatte ich, nachdem er schon 2 Stunden vor mir auf der Couch eingeschlafen war, in seiner Tiefschlafphase nicht stören wollen und daher schlafend im Wohnzimmer zurückgelassen, anstatt ihn nochmal zu wecken. In den letzten Tagen hat unser Kleiner sich wirklich stark bewegt, wodurch der Bauch schon mal gespannt und gedrückt hat. Ein leichtes und ständiges Ziehen oder Stechen im Unterleib während der Schwangerschaft kennt sicherlich jede Schwangere als eines von vielen Schwangerschaftsanzeichen. Deshalb habe ich es auch für normal gehalten. Auch gestern Abend hat er gestrampelt, als ginge es um eine Goldmedaille.

Kaum Kindsbewegungen aber Ziehen im Bauch

Nachts gegen 3.30 Uhr bin ich dann wach geworden und wie gewohnt ging mein erster Griff zu meinem Bauch. Die letzten Wochen konnte ich dann immer spüren, wie der Kleine sich dreht oder turnt und habe dann beruhigt weiter geschlafen. Aber in dieser Nacht spürte ich – nichts. Das war komisch, denn es waren plötzlich keine Kindsbewegungen zu spüren, wie es sonst immer der Fall war.

Mein Bauch fühlte sich leer an und es war weder der gewohnte Druck im Bauch zu spüren, noch das Baby. Nach ein paar Minuten habe ich ein wirklich ungutes Gefühl bekommen. Stimmt da vielleicht etwas nicht? Ich drehte mich auf den Bauch und im Gegensatz zu sonst war auch so kein Druck zu verspüren, ich konnte einfach auf dem Bauch liegen.

Das ungute Gefühl wurde zu aufkommender Panik. Ich fing an, die Beine über den Kopf zu nehmen, eine Kerze zu machen. Normalerweise bringt den Kleinen das immer dazu, sich danach zu bewegen, wahrscheinlich, um sich wieder zurecht zu legen. Nichts. Horrorszenarien in meinem Kopf. Ich stand auf und holte meinen Mann. Meine Rettung, wie so oft. Er konnte mich schnell wieder beruhigen. „Der schläft nur ganz tief. Alles ist gut.“ In seiner Umarmung konnte ich mich langsam wieder beruhigen und etwa 15 Minuten danach fing der Kleine tatsächlich an, sich ein paar mal umzudrehen.

Unterleibskrämpfe in der Nacht

War also alles nur ein Fehlalarm? Dann war wohl alles in Ordnung. War es auch – für die nächsten 30 Minuten, die ich brauchte, um wieder einzuschlafen. Oder fast einzuschlafen. Denn kurz vorher wurde mir jäh klar, dass eben nicht alles in Ordnung war. Von einem Moment zum anderen zog sich mein unterer Bauch zusammen und ich krümmte mich vor Schmerzen. So starke Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft hatte ich bisher noch nie. Es war kein Pieksen und kein Zwicken, sondern richtige Schmerzen!

Mein Mann wurde ziemlich schnell wieder hellwach von meinem Wimmern und machte sich natürlich große Sorgen. Er holte eine Wärmflasche, die ich nur schwer überhaupt dahin bekommen konnte, wo es weh tat. Und die Schmerzen wurden nicht leichter, sondern stärker. Der kleine strampelte und zappelte jetzt wie verrückt.

Ursachen für Schmerzen und Ziehen im Unterleib trotz Frühschwangerschaft

Natürlich hatte ich schon von Übungswehen gelesen, aber so schlimm? Unterleibsschmerzenkrämpfe und Ziehen im Unterleib in der Schwangerschaft sollen ja auch schon mal vorkommen, aber wie stark das Ziehen und Stechen sein darf, verrät einem natürlich niemand! Ich bin jetzt in der SSW 24. Was, wenn das jetzt echte Wehen sind. Er ist doch noch viel zu klein. Ich war kurz davor, meinen Mann zu bitten, schon mal die nächste Notaufnahme rauszusuchen, als der Stechschmerz nach ca. 10 Minuten zumindest ein bisschen nachließ. Weitere 20 Minuten später war der Spuk vorbei und alles, was blieb, war ein drückendes Gefühl bzw. das Stechen und Ziehen im Unterleib. Ich beschloss, am nächsten Tag zum Arzt zu gehen und schlief erschöpft ein.

Wenig später klingelte mein Wecker. Sofort zog ich die Decke beiseite und begutachtete den Bauch. Der Kleine bewegte sich stark und mein Bauch pulsierte regelrecht. Aber es tat nicht mehr weh. Mein Arzt hatte erst ab 12 Uhr Sprechstunde, also fuhr ich erstmal zur Arbeit, wo ein wichtiges Teammeeting auf mich wartete. Um Punkt 12 stand ich bei Dr. Schrey auf der Matte und wurde wirklich richtig freundlich empfangen. Er nahm mich zwar ernst als ich ihn vom Stechen in meinem Unterleib erzählt habe, war aber sehr freundlich um entspannt, wahrscheinlich, um mir keine Angst zu machen.

Zunächst wurde ich an den sog. Toco (Wehenschreiber) angeschlossen. Zum Glück keine Wehentätigkeit. Nach kurzer Wartezeit hatte der Arzt dann Zeit für mich, und hat sich die auch genommen. Er konnte zum Glück alle schlimmen Ursachen ausschließen, eine 100%ige Entwarnung geben konnte er aber auch nicht. Der Muttermund ist von innen leicht eingesenkt, d.h. da hat sich schon ein wenig was getan. Das müsse man im Auge behalten und wenn etwas ähnliches wieder passiert oder das Stechen im Unterleib stärker wird, solle ich sofort wieder kommen oder ins Krankenhaus fahren.

Arbeitsunfähig nach dem Ziehen im Unterleib

Nach kurzer Diskussion (er wollte mich die komplette Woche krank schreiben, aber ich wollte nicht die ganze Woche zu Hause bleiben) haben wir uns auf 3 Tage Krankschreibung geeinigt und ich wurde genauso freundlich verabschiedet wie begrüßt. Jetzt liege ich auf der Couch und muss mich mit dem Gedanken anfreunden, eben nicht bis zum Mutterschutz immer zuverlässig arbeiten zu können.

Meinem Chef gegenüber war mir das wahnsinnig unangenehm, aber wie er eben ist, hat auch er mir erklärt, dass für ihn meine Gesundheit und die des Babys vorgehen und selbst wenn ich die restliche Woche auch noch ausfalle, sei das völlig in Ordnung.



Alle Kommentare (2)

    Oh je – ruh dich die drei Tage gut aus und mach dir kein allzu schlechtes Gewissen, du musst immer daran denken, du musst nicht nur auf dich, sondern auch auf dein kleines aufpassen. Ich bin heute auch früher von der Arbeit nach Hause – klar fühlt es sich doof an dem Chef und den Kollegen gegenüber, aber ich denke mir auch: Ich war 2 Jahre eine zuverlässige Mitarbeiterin und wenn der kleinen Bauchbewohnerin was passiert, nur weil ich mich übernehme, wird mein Chef der letzte sein, der mir irgendwas zurückgeben kann… Also muss eben die Arbeit manchmal ein wenig leiden – meine Hebamme erinnert mich gerne daran: Schwanger haben keine 100% und eine Schwangerschaft kennt weder Pausen noch Feierabend.
    Ich wünsche dir erholsame drei Tage, genieße die Zeit für dich und entspann richtig schön :).

    Sonnige Frühlingsgrüße 🙂

    Danke – ich weiß ja, dass du Recht hast. Meine Hebamme sagt dasselbe, die hätte mich letzte Woche schon krank schreiben lassen 😉 Wenn es nur um mich ginge, wäre ich jetzt mit Sicherheit nicht auf der Couch sondern an meinem Arbeitsplatz – aber es geht eben nicht mehr nur um mich…

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