1 Woche Zweifachmama


Schon mehr als eine Woche ist es her, dass unser zweiter Sohn bei uns zu Hause geboren wurde. Was sich seitdem bei ihm getan hat, wie es dem Rubbelbatz als großer Bruder geht und wie es sich für mich anfühlt, eine Zweifachmama zu sein.

Unser Baby in der ersten Woche

Was wir erwarteten

Als ich mir und meinem Mann eingestand, dass ich mir ein zweites Baby wünsche, war der Gedankengang ungefähr so: Wir gehen davon aus, dass ein zweites Kind genauso intensiv und anspruchsvoll in den ersten Lebensjahren wird, wie unser Rubbelbatz. Das ist okay, denn an seinem Beispiel habe ich gesehen, dass sich die Mühe lohnt. Ich liebe meinen Sohn über alles und bin super stolz, wie er sich entwickelt hat. Trotzdem waren die ersten 1,5 bis 2 Jahre einfach anstrengend.

Was wir bekamen

Ich rechnete also mit schlaflosen Nächten, Dauerstillen und häufigem Tragen. Stattdessen haben wir in den ersten Tagen ein viel „einfacheres“ Kind bekommen: Der Kleine schläft eigentlich den ganzen Tag. Wenn er sich mal beschwert, dann weil sein Bäuchlein drückt. Oder die Blase. Oder, weil er Hunger hat. Wenn er fertig gestillt hat, lässt er die Brustwarze von sich aus los, schläft ein und man kann ihn nach kurzer Zeit ablegen. Er schläft weiter. Teils stundenlang. Zwischendurch kann man ihn auch umlagern, er schläft trotzdem weiter. EINFACH SO!

Für manch einen klingt das vielleicht nach einem normalen Baby. Für mich mit meiner Erfahrung aus der ersten Babyzeit total unfassbar.

Das Baby bewundern

Und so habe ich nicht nur Zeit sondern auch Energie, um das zu tun, was mit Neugeborenem am schönten ist: Bestaunen. Zu meinem ersten Sohn hatte ich selten so viel Abstand, ihn wirklich sehen zu können. Wenn er nicht ganz nah an mir war, weinte er schnell. Nun könnte ich stundenlang daneben liegen und ihm zusehen. Die winzigen Füßchen kraulen oder das zarte Haar streicheln. Den Duft meines Babys in mir aufsaugen. Mich über sein Engelslächeln freuen.

Körperliche Entwicklung

Obwohl mein Baby rechnerisch bei SSW 36+0 geboren wurde, also theoretisch ein Frühchen ist, hatte er bei der Geburt schon 3300 g bei 54 cm. Das heißt, er war so lang wie der Rubbelbatz, aber 1150 g leichter. Für uns also unglaublich zart und zerbrechlich!!!

Seit seinem zweiten Lebenstag aber trinkt er ganz fleißig und hat mittlerweile weit über 3500 g.

Windelfrei und Stoffwindeln

Grundsätzlich haben wir Stoffwindeln zu Hause und wollen unser zweites Kind, ebenso wie das erste, abhalten, wenn wir merken, dass er muss. Das bedeutet nicht, dass wir „windelfrei“ im Sinne von permanent ohne Windeln leben. Aber es bedeutet, dass wir das Bedürfnis, auszuscheiden, das Säuglinge ebenso haben wie Erwachsene, ernst nehmen und reagieren, wenn die Situation es erlaubt.

Bei unserem zarten, Quasi-Frühchen schien mir die Situation in den ersten Tagen nicht richtig. Er weinte jedes Mal, wenn wir ihn auszogen, weil die Temperaturen noch nicht so sommerlich waren wie jetzt. Ich musste mich erst einmal daran gewöhnen, ihn richtig und selbstbewusst anzufassen. Also blieb die Windel erst mal dran.

Erst nach ein paar Tagen, als ich bemerkte, wie er sich mit Bauchschmerzen quält und wie er sich über die volle Blase ärgert, traute ich mich das erste Mal. Es klappte auf Anhieb. Er machte machte sein Geschäft, wurde ganz ruhig und schlief noch in meinen Händen ein. Seitdem halte ich ihn immer dann ab, wenn er einigermaßen wach ist und sich sichtlich plagt.

An Stoffwindeln ist hier erst einmal auch nicht zu denken, die waren einfach viel zu groß. So bekam er erst einmal Frühchen-Windeln zum Wegwerfen. Sobald ihm die kleinsten Stoffwindeln passen, bekommt er aber die.

Der große Bruder

Am Morgen nach der Geburt kam der frisch gebackene große Bruder zu uns ans Bett. Er war ganz leise und vorsichtig. Untypisch für ihn. Er betrachtete den kleinen Bruder und meinte „Er sieht aus, wie eine Puppe.“ Dann streichelte er vorsichtig meinen Arm und mein Gesicht. Seinen kleinen Bruder wagte er erst viel später vorsichtig anzufassen.

Seitdem passt er auf den Kleinen auf, spricht mit ihm und küsst ihn ganz vorsichtig auf den Kopf. Er hat jedes Mal Verständnis, dass das Baby vorgeht. Sogar seinen Platz im Bett musste er räumen – ohne Meckern. Zwar steckt er seit gestern mal wieder in einem intensiven 3-Tage-Trotz, aber egal, wie wütend er ist, er projiziert das nie auf seinen kleinen Bruder.

Wir sind also super stolz auf unseren Großen und hoffen, das bleibt so ruhig.

Zweifach-Mama sein

Wie es ist mit zwei Kindern wurde ich gefragt. Bisher ist es fabelhaft. Ich stille mein Baby und lese dem Großen dabei vor. Wir gehen alle zusammen nach draußen in den Garten. Bisher läuft alles recht mühelos und einfach – natürlich auch, weil ich so viel Unterstützung habe. Der Große war bis einschließlich Sonntag die meiste Zeit bei seiner Oma, die zufällig Urlaub hatte. Auch sein Papa ist den ganzen Tag bei uns zu Hause und so habe ich nie das Gefühl, selbst zu kurz zu kommen oder irgendjemandem nicht gerecht werden zu können.

Trotzdem merke ich, dass ich mich irgendwie noch einpendeln muss. Am liebsten würde ich aktuell die meiste Zeit mit meinem Baby verbringen, das geht natürlich nicht. Abends, wenn ich dem Rubbelbatz beim Schlafen zusehe, tut es mir schon manchmal etwas leid, dass ich nicht mehr von ihm mitbekomme. Er entwickelt sich aktuell rasend schnell und ich bin noch im Wochenbett; kann nicht so, wie ich vielleicht gerne würde.

Und zu guter letzt: Der Name

Viele haben ja gerätselt, was wir diesmal für einen Namen auswählen würden. Wie beim ersten Mal haben wir gewartet und uns drei Tage Zeit gelassen, unseren Sohn erst einmal kennen zu lernen, bevor wir uns festlegen. Ein paar Namen schwirrten uns schon im Kopf herum. Mein Mann fand Niclas oder Nicolas gut. Auch Leo war im Gespräch (bzw. Langformen davon). Raphael fanden wir beide schön. Wenn es nach mir ginge, hätte der Kleine Nils geheißen.

Der Rubbelbatz hatte da eine ganz eigene Meinung: Der kleine Bruder heiße Fabian. Darauf bestand er schon seit einer Weile, sprach auch mit dem Baby im Bauch als Fabian. Als ich ihn mal fragte, was er von einem bestimmten Namen hielt, meinte er entrüstet: „Mama, aber er heißt doch Fabian! Und wenn er rauskommt, heißt er immer noch Fabian!“ Die Überlegung war also natürlich da, ihn tatsächlich Fabian zu nennen.

Meine Eltern wiederum hatten ganz eigene Favoriten: Meine Mama war sich sicher, er sollte Karl heißen. Mein Papa dagegen fand Johannes schön.

Dann war er da. Und ziemlich schnell kam mein Mann mit einem Vorschlag um die Ecke, der lange gar nicht mehr zur Debatte gestanden hatte: Jonathan. Er wusste, dass ich den Namen wunderschön finde, hatte ihn aber schon lange zuvor kategorisch abgelehnt. Weil irgendwer aus der Schulzeit so hieß und er…na ihr wisst schon, irgendwen kennt man immer, der unangenehm war.

Wir ließen uns also bis zum dritten Morgen Zeit mit der Entscheidung. Und nannten ihn dann

Jonathan Nicolas Bose.  



Alle Kommentare (4)

    Hallo Hanna,
    ich freu mich zu lesen, dass dieses Mal so Vieles leichter für euch ist!
    Einen wunderschönen Namen habt ihr ausgesucht – den könnte ich mir auch gut für unseren Sohn vorstellen, mein Mann ist davon nur nicht überzeugt, also mal schauen was es wird 🙂

    Danke, ich drücke die Daumen, dass Du Recht bekommst. (Kleiner Pro-Tipp: Im Zweifel warten bis nach der Geburt, da würden viele Männer alles tun, damit es ihren Frauen ein klein wenig besser geht…)

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