Schreck in der 18. SSW: Blutungen


Gestern Nachmittag erschrak ich gewaltig, als ich zur Toilette ging: Ich entdeckte dunkles Blut am Toilettenpapier. Obwohl ich weiß, dass es vor allem in der Frühschwangerschaft gelegentlich zu harmlosen Schmierblutungen kommen kann, fing das Kopfkino natürlich sofort an. Ich rief meinen Mann und legte mich erst einmal hin. Dachte nach. Googlete nach dem nächsten Krankenhaus. Mein Bauch fühlte sich, wie am Vortag, hart und unangenehm an. Richtige Schmerzen hatte ich keine. Eine Stunde später machten wir uns auf den Weg ins Krankenhaus.

Blutungen in der 18. Schwangerschaftswoche: Lieber abklären lassen

Denn meine Internet-Recherche hatte schnell folgendes ergeben: Eine Blutung in der 18. SSW kommt bei Frauen immer mal wieder vor, ohne dass es irgendetwas zu bedeuten hat. Allerdings gibt es auch Fälle, in denen eine Blutung auf ein ernstzunehmendes medizinisches Problem hinweist, zum Beispiel auf eine Infektion oder den Verlust von Fruchtwasser. Darum macht es Sinn, das nach Möglichkeit abklären zu lassen.

Eine leichte, bräunliche Schmierblutung, wie bei mir, ist meist ungefährlich, kann aber natürlich stärker werden. Ich entschied mich also, lieber gleich zum Arzt zu gehen, als abzuwarten. Denn der Gedanke, dass ich im Bett liege, während meinem kleinen Sonnenschein im Bauch irgendetwas passieren könnte, ist für mich als Mama unerträglich. Nicht, wenn ich etwas unternehmen hätte können.

Medizinische Versorgung in Malaysia

Wir waren nun schon in Bali und Thailand in verschiedenen Krankenhäusern. Auch hier in Malaysia scheint es so zu sein, dass es Arztpraxen wie bei uns kaum gibt. Vielmehr haben die Ärzte Behandlungszimmer in großen Gesundheitszentren bzw. Krankenhäusern. Ein Krankenhaus ist damit nicht nur ein Ort für Notfälle und stationäre Aufnahmen, sondern auch eine große und belebte Arztpraxis vieler verschiedener Fachrichtungen. Ein Besuch mit Termin ist dort Standard.

Zu meinem Glück wohnen wir hier direkt gegenüber eines großen chinesischen Privatkrankenhauses mit Pränatalstation. Etwas verwirrend ist das System, zugegebenermaßen. Denn ein Teil des Krankenhauses hat nur vormittags geöffnet, ein paar Häuser weiter nur Nachmittags. Als wir dort gegen 15.30 Uhr eintrafen, wurden wir, wenn ich das richtig verstanden habe, nur noch als Notfall angenommen. Denn der Wartebereich war voll.

Der Gynäkologe, der laut Plan an der Tür seit morgens im Dauereinsatz war, war gerade dabei, die Termine zwischen 11 und 12 Uhr abzuarbeiten. Wir zählten die Namen vor mir auf der Liste. Über 20. Es dauerte über vier Stunden, bis ich dran war. Die Blutung hatte in der Zwischenzeit fast aufgehört.

Der Kontrast zum Krankenhaus und vor allem der medizinischen Ausstattung in Thailand war krass. In Thailand wurden wir wie VIP-Gäste von einer Schwester herumgeführt, alles war organisiert und wurde doppelt geprüft. Es gab keine längeren Wartezeiten. Das Ultraschallgerät lieferte glasklare Bilder von meinem damals 13-Wochen-Baby, wie ich sie in der gesamten ersten Schwangerschaft nicht gesehen hatte.

Hier in Malaysia bekam ich eine Tür zugewiesen, vor der man warten sollte – und dann passierte sehr lange Zeit nichts. Die Schwestern am Empfang waren schon nach Hause gegangen und die Putzkolonne fertig. Und wir Schwangeren saßen immer noch da. Die Ausstattung im Behandlungszimmer war spärlich und der Ultraschall richtig unscharf.

Die Untersuchung

Der Arzt dafür war ausgesprochen fürsorglich und freundlich. Ich habe keine Ahnung, wie der nach so einem Arbeitstag noch so viel Interesse und Professionalität aufbringen kann. Seine Arzthelferin ebenso. Er fragte erst einige Fragen zu Vorerkrankungen, der letzten Schwangerschaft, usw.

Dann untersuchte er zunächst das Baby per Ultraschall. Denn wenn die Blutung von der Plazenta käme und diese sehr tief in der Gebärmutter liege, könne eine vaginale Untersuchung die Blutung verschlimmern. Er vermaß noch einmal ausführlich meinen Sonnenschein und alle Werte waren in Ordnung. Dann zeigte er den Magen-Darm-Trakt des Babys, der mit Flüssigkeit gefüllt war. Seine Schlussfolgerung: Dem Baby geht es gut, denn ein krankes Baby trinkt kein Fruchtwasser. Genauso war die Blase voll, Nieren und Ausscheidungssysteme sind also ebenso gesund.

Die Plazenta liegt nicht zu weit unten, er konnte mich also vaginal untersuchen. Keine Anzeichen auf eine Infektion. Was mich allerdings irritierte ist, dass weder hier noch in Thailand ein vaginaler PH-Abstrich durchgeführt wurde. Das hat mein Gynäkologe in der ersten Schwangerschaft jedes Mal gemacht.

Ursache für die Blutung in der 18. Schwangerschaftswoche

Seine Erklärung war wie folgt: Früher hat man bei solchen Blutungen gesagt, sie seien ungeklärten Ursprungs. Heute glauben die Ärzte, dass sich die Plazenta am Rand leicht vom Uterus löst, was zu einer Blutung führt. Verursacht wird das vermutlich durch körperliche Überlastung. Damit daraus kein ernstzunehmendes Problem wird, ist unbedingt Schonung notwendig.

Denn wenn ich mich bewege, bewegt sich auch der Uterus und die Verbindung zwischen Gebärmutter und Plazenta kann weiter einreißen. Wenn ich mich dagegen schone, verklumpt das Blut und die Stelle verheilt. Ich solle also möglichst strenge Bettruhe halten, bis ich drei Tage lang keine Blutungen mehr hatte. Danach könne ich alles machen wie vorher.

Wenn das Blut braun ist, bedeutet das, dass es schon einige Stunden bis Tage in der Gebärmutter war. Es ist also wenig Blut. Wenn die Blutung heller würde, müsse ich sofort wieder kommen. Denn das würde auf viel Blut hindeuten.

Warum mich die Bettruhe ärgert

Natürlich liege ich nun im Bett, während ich diese Zeilen schreibe. Und es stellt sich nicht die Frage, irgendetwas anderes zu tun. Ich bin Mama. Die Gesundheit meines Babys geht mir über alles. Trotzdem ist diese Schonung für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Denn natürlich weiß ich, woher die Überlastung kommt: Vorgestern sind wir von Pattaya (Thailand) nach Kuala Lumpur (Malaysia) geflogen. Insgesamt waren wir etwa 12 Stunden unterwegs. Im Gegensatz zu den ersten 15 Schwangerschaftswochen ging es mir gut. Ich hing nicht von Übelkeit und Erschöpfung geplagt in irgendeiner Ecke, während mein Mann sich um unser Kind kümmerte. Ich konnte mich selbst kümmern! Von früh bis spät. Das tat mir gut und meinem Kleinen auch. Ausgeruht habe ich mich dabei selten, stattdessen wurde gelaufen, getragen und wild gekuschelt wie schon lange nicht mehr.

So eine Schwangere wollte ich sein! Eine, die sich um ihr Kleinkind kümmern kann, fit und gesund ist in der Schwangerschaft. Endlich fühlte ich mich auch so. Und als ich gestern in Kuala Lumpur aufwachte und mich müde und gezeichnet vom Vortag fühlte, da ignorierte ich das Gefühl. Schwamm stattdessen eine Runde im Pool und lief stundenlang mit den beiden durch die Stadt. Auch als ich im Einkaufszentrum beinahe zu weinen Anfing vor Erschöpfung und Hunger (vegetarisches Angebot mal wieder Fehlanzeige), riss ich mich zusammen und dachte, das geht schon. Ein paar Pommes und weiter. Ging noch im Supermarkt einkaufen und lief mit den beiden durch die Mittagshitze nach Hause.

Zuhause entdeckte ich die Blutung. Das klare Anzeichen, dass ich eben doch nicht die fitte Schwangere war, sondern die, die sich lieber schonen sollte. Jetzt Bettruhe halten muss.

Weil das ein Thema ist, das mich seit vielen Jahren verfolgt, ist es für mich schwer zu akzeptieren. Schon wieder zu

schwach für irgendwas. Für das Leben, das ich eigentlich gerne führen würde. Da kommen Erinnerungen hoch an die schlimmsten Zeiten der Histaminintoleranz. Als ich ein Leben führte wie eine alte, kranke Frau.


Update vom 11.01.2019:

Am dritten Tag meiner Bettruhe, traten tatsächlich erneut leichte Blutungen auf. Am Nachmittag hellrosa, abends wieder bräunlich und heute Morgen so eine Mischung. Also sind wir erneut in ein Krankenhaus, diesmal in eines, das etwas westlicher organisiert war.

Wieder musste ich mehr als zwei Stunden warten, doch diesmal fühlten wir uns irgendwie besser aufgehoben. Der Arzt untersuchte mich diesmal wirklich gründlich. Inklusive Blutprobe und Abstrich (Ergebnisse stehen noch aus), Ultraschall über dem Bauch, vaginaler Untersuchung und vaginalem Ultraschall.

Sein Ergebnis: Meine Plazenta liegt zwar nicht über dem Muttermund (Plazenta Praevia), aber sehr nah daran. Das kann zu gelegentlichen Blutungen führen, die für mein Baby völlig ungefährlich sind. Auch für mich sind sie in der momentanen Intensität ungefährlich. Allerdings wächst die Plazenta noch weiter und kann auch die Position innerhalb des Uterus verändern. Wenn sie in Richtung des Muttermundes wächst, was eher selten ist, dann wäre das eine Plazenta Praevia.

Plazenta Praevia bedeutet, dass die Plazenta über dem Muttermund liegt. Vor allem in der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann es dann zu stärkeren Blutungen kommen. Diese sind nach wie vor für das Baby ungefährlich, aber nicht für die Schwangere. Wenn sich die Blutung dann nicht stoppen lässt, wird die Geburt eingeleitet und meist ein Kaiserschnitt durchgeführt. Um das Leben der Mutter und, je nach Gestationsalter, auch des Babys zu retten.

Heißt im Klartext: Momentan gibt es keinen Anlass zur Sorge und mit etwas Ruhe sollten die Blutungen auch wieder aufhören. In den kommenden Monaten heißt es beobachten und das beste hoffen.


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Alle Kommentare (2)

    Liebe Hanna,
    dein Körper macht etwas so Wundervolles und doch für ihn Anstrengendes mit, dass du nachsichtiger sein und nicht so hart mit ihm ins Gericht gehen solltest. Du bist nicht schwach! Du trägst gerade Leben in dir, wow, wie stark ist das denn! Und dass du dir dafür etwas mehr Ruhe verorten musst, ist kein Zeichen von Schwäche oder Unfähigkeit, sondern einfach nur gut fürs Baby. In ein paar Tagen wird es dir schon wieder besser gehen, aber gönn dir auch mal bewusst diese Ruhe!
    Alles Gute für die weitere Schwangerschaft 🙂 Die

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