7 Wochen mit Baby und Kleinkind


Sieben Wochen ist es nun her, dass ich unser zweites Kind zu Hause mit Hilfe einer Hebamme zur Welt gebracht habe. Mir kommt es vor, wie eine Ewigkeit, dabei hören sich sieben Wochen mit Baby gar nicht so lange an. In diesen sieben Wochen ist viel passiert, bei jedem von uns.

Zusätzlich zur Geburt sind wir einen Monat später in das Haus gegenüber gezogen und haben jetzt eine eigene Wohnung. Seit ein paar Tagen auch mit Küche.

Vor zwei Wochen kamen mein Bruder und seine Familie, wohnen nun für zwei Monate mit im Haus meiner Eltern.

7 Wochen Baby

Mein kleiner Sonnenschein kam mit 3300g und 54 cm zur Welt. Ein Leichtgewicht gegen seinen 4450-g-Bruder. Der Unterschied ist wohl hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass er rechnerisch 4 Wochen zu früh kam. Trotzdem war er fertig entwickelt und hat die Geburt selbst angestoßen. Währenddessen fleißig mitgeholfen.

Seitdem gibt es für mein zweites Baby nur noch ein Ziel: Wachsen, in jede Richtung. Innerhalb kürzester Zeit verdoppelte er sein Geburtsgewicht und hat jetzt mehr als 6 kg. Größe 62 ist längst erreicht, wird manchmal schon fast etwas eng.

Ich habe mal gelesen, dass von einem gesunden Baby erwartet wird, dass es sein Geburtsgewicht innerhalb des ersten halben Jahres verdoppelt. Da kann ich nur schmunzeln.

In den ersten zwei Wochen war mein Baby super friedlich, hat nur geschlafen und wachte alle 1,5 bis 2 Stunden zum Stillen auf. Danach wurde er etwas wacher und aktiver. Wie sein großer Bruder kann er ohne Hilfe nicht einschlafen, d.h. er muss gestillt oder getragen werden.

Außerdem, so scheint es mir, muss er erst lernen, was man eigentlich tun kann, wenn man wach ist, aber der Bauch voll. Er möchte unentwegt an die Brust, irgendwann passt aber nichts mehr hinein. Dann ärgert er sich sehr und es hilft eigentlich nur tragen.

Die Verdauung klappt nicht ganz so problemlos. Ich würde es nicht als Koliken bezeichnen, aber er plagt sich doch sehr. Was hilft? Regelmäßig abhalten. Am Anfang war das schwer, weil er so schläfrig war. Mittlerweile kann er auch ordentlich aufwachen und er nimmt das Angebot, sein Geschäft zu erledigen, dankend an. Wenn wir das zu lange nicht tun, kommt irgendwann der Punkt, an dem er nur noch weint und brüllt und ohne Bauchschmerzen nicht stillen kann.

Wen das Thema „windelfrei“ (natürlich trägt unser Baby trotzdem Windeln) interessiert, hier meine Buchempfehlung von damals

7 Wochen großer Bruder

Für den Rubbelbatz hat sich mit der Geburt seines kleinen Bruders natürlich auch sehr viel geändert. Lange war er für uns, wie auch für meine Eltern, der „Thronfolger“, der kleine Prinz, der alle Zeit und Energie von uns erhielt, die er für seine Entwicklung benötigte. Schon während der Schwangerschaft war ich häufig nicht mehr in der Lage, ihm Zeit, Energie oder körperliche Aktivitäten zu bieten. Aber es waren immer der Papa oder die Großeltern oder andere Bezugspersonen zur Stelle.

Mit der Geburt seines Bruders verteilte sich diese Aufmerksamkeit. Wenige Wochen später zogen auch noch mein Bruder mit Frau und Baby (10 Monate) zu uns auf den Hof, wenn auch nur vorübergehend. Also noch mal ein Baby, mit dem er die Aufmerksamkeit teilen muss.

In den ersten Tagen und Wochen machte er das wirklich vorbildlich. Er liebt seinen kleinen Bruder und passt immer auf ihn auf. Kurzzeitig dachte ich schon, die erwartbare Trotz-Reaktion würde sogar ausbleiben. Tat sie nicht. Eines Tages war es, als hätte man einen Schalter umgelegt. Aus meinem verständnisvollen, aufgeweckten und kooperativen Kleinkind wurde ein lauter, wilder, widerspenstiger und rücksichtsloser Wutzwerg, der uns oft an den Rand der Verzweiflung trieb. Er versuchte, Dinge kaputt zu machen, schlug um sich, schrie und tobte wegen der kleinsten Kleinigkeit oder sogar ohne ersichtlichen Grund. Ein Geduldspiel für alle Beteiligten. Oft sagte ich mir abends, die Hauptleistung für uns als Eltern ist es, in dieser Zeit nicht wahnsinnig zu werden. Sonst hilft nichts.

Ich habe schon mehrfach überlegt, unser Trotzphasen-Buch, das ich unserer Nachbarin geliehen habe, zurückzuholen.

Jetzt, einige Wochen später, beruhigt sich die Lage allmählich wieder. Ja, er ist „trotziger“ als sonst. Aber die Stunden und Tage werden wieder mehr, in denen ich es genieße, Zeit mit ihm zu verbringen. Er hat verschiedene Strategien entwickelt, den Frust abzuladen. Zunächst hat er aufgehört, Personen zu hauen, sondern nur noch Gegenstände. Wenn es zu schlimm wird, gehen wir in unsere eigene Wohnung oder er geht alleine in den Garten und spielt mit seinem Trettraktor oder im Sand.

Was sicherlich auch geholfen hat: Ich habe mir große Mühe gegeben, mehr Zeit mit den beiden Kindern gemeinsam oder nur mit dem Großen zu verbringen. Mich wieder mehr eingemischt in seinen Alltag, als es während der Schwangerschaft und im frühen Wochenbett der Fall war. Da musste ich ja zwangsläufig vieles abgeben. Das beste Gegenmittel bei anstrengendem, trotzigem Verhalten von Kindern, da bin ich überzeugt, ist immer noch Liebe und Verständnis. Ein Kind, das sich gut fühlt, kann sich auch gut benehmen.

Ich denke (oder hoffe?), dass wir auf einem guten Weg zur Normalität sind.

7 Wochen Zweifachpapa

Für den Papa hat sich auch vieles geändert in den letzten Wochen. Anfangs konnte er mit dem kleinen, zerbrechlichen Baby wenig anfangen. Mittlerweile ist der schon stabiler und die beiden gehen mehrmals täglich mit der Trage los. Vor allem Abends ist das essentiell, sodass ich und der Rubbelbatz alleine ins Bett gehen können. Aber auch zwischendurch kann ich mir so etwas Auszeit nehmen und die beiden haben Papa-Baby-Zeit.

Abgesehen vom Tragen, manchmal auch auf dem Arm, abhalten und wickeln, darf der Papa noch nicht viel machen, ohne dass recht zeitnah bitterlich geweint wird.

7 Wochen Zweifach-Mama

Für mich ist seit den ersten Geburtswehen alles wie ein guter Film. Es wiederholt sich, was ich schon vom ersten Mal kenne – nur in besser. Die Geburt war einfacher, körperlich bin ich fitter, das Baby ist weniger intensiv und schläft viel mehr und besser, die Rückbildung läuft super, usw.

Alles, was beim ersten Mal traumatisierend, überfordernd und überlastend war, ist diesmal machbar. Der kleine Bruder schläft fast den ganzen Tag, wenn man ihn lässt. Ich würde sagen, 20-22 Stunden pro Tag. Vor allem nachts schläft er 2-4 Stunden durch und wacht dann meist nur kurz zum Stillen auf.

Aber der allerwichtigste Unterschied zum ersten Mal: Ich bin nicht allein. Damals war ich mindestens 9 Stunden pro Tag allein mit dem Baby. Diesmal ist mein Mann rund um die Uhr in der Nähe, mein Papa arbeitet nur halbtags, meine Mama ist abends und am Wochenende da. Meine Brüder kommen immer wieder zu Besuch und unterstützen uns. Weil wir so viele sind, muss ich nur alle paar Tage Abendessen kochen.

Klar, ich habe jetzt auch noch ein Kleinkind, aber mit viel Unterstützung ein Kleinkind und ein Baby zu betreuen, ist nicht annähernd so herausfordernd, wie ganz allein ein Baby zu versorgen, das niemals alleine schläft.

Kurz: Ich bin rundum zufrieden und dankbar. Sehr dankbar, dass wir diese Möglichkeit haben und wahrnehmen.


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