Mein Baby will immer nur getragen werden und das ist gut so!


Wohlbekannte Sätze für viele junge Mütter:

„Wenn du ihn jetzt hochnimmst, dann will er immer hochgenommen werden.“ „Wenn du ihn immer trägst, wird er nie lernen, im Kinderwagen zu sitzen.“ „Er muss auch mal lernen, alleine zu schlafen“…

„…dann hast Du dein Baby den ganzen Tag auf dem Arm.“

Wenn ich mein Baby trage, weil er im Kinderwagen weint, ist er dann nur ruhig, wenn er getragen wird? Werde ich ihn nie wieder ablegen können, die nächsten 10 Jahre nicht? Verwöhne ich mein Kind zu sehr und er wird ein kleiner Tyrann, ein Rock-Zipfel-Hänger oder schlimmeres? Werde ich meinen Rücken kaputt machen, weil er auch mit 20 kg nicht selbst laufen oder im Buggy sitzen will?

Mein Baby will nicht abgelegt werden und weint im Kinderwagen

Nachdem er die Baby-Schläfrigkeit der ersten paar Tage abgeschüttelt hatte, war der Rubbelbatz ein hartnäckiger Kinderwagen-Verweigerer. Maximal 5-10 Minuten hat er darin ausgehalten, meistens weitaus weniger lang.

Egal, wie müde er war, mein Baby hat immer geweint, wenn ich es hinlegte. An Einschlafen war nicht zu denken – er hat so lange gebrüllt wie am Spieß, bis er wieder am Körper getragen wurde.

Weil ich anfangs die naive Vorstellung hatte, dass es für Babys „normal“ sei, im Kinderwagen zu liegen und einzuschlafen, dass sie sich dort wohl fühlen würden, sicher und geborgen, hat mich das ein paar Nerven gekostet. Was ist nur verkehrt mit meinem Kind?  Warum schreit mein Baby, sobald man es ablegt? Wieso schläft es nicht einfach, wenn es müde ist? Warum will er partout nicht alleine liegen – nicht im Kinderwagen, nicht in der Wiege, nicht im Bettchen und auch sonst nirgends?

Mein Baby will immer getragen werden und schreit, sobald man es hinlegt

Nachdem sich der Wochenbett-Nebel in meinem Kopf etwas gelichtet hatte und ich wieder klar denken und entsprechende Literatur konsultieren konnte, wurde mir eins schnell klar: mein Kind ist ganz normal.

Sein Verhalten ist nicht nur natürlich, sondern gesund. Von der Mutter abgelegt zu werden bedeutete viele Jahrtausende in der menschlichen Evolution vor allem eins: den sicheren Tod – entweder durch Raubtiere, durch Kälte oder durch Hunger.

Verständlicherweise haben Babys in solchen Situationen Todesangst. Sie verstehen nicht, dass die Zeiten sich geändert haben. Schnell auf sich aufmerksam machen, um wieder hoch genommen zu werden, ist also die beste Lebensversicherung. Dass Tragen sowie Körper- bzw. Hautkontakt mit dem Baby sich positiv auf die kindliche Entwicklung auswirken, sei nur nebenbei erwähnt.

Ein 24-Stunden-Baby lässt sich nicht einfach ablegen

Ich jedenfalls tat das einzig in dieser Situation mögliche: ich trug ihn. Ich trug ihn, wenn er schlief, wenn er wach war, wenn ich kochte, wenn ich aufräumte, wenn ich spazieren ging, wenn ich auf der Toilette war, und manchmal sogar, wenn ich ihn stillte.

Stillstand wurde ebenso wenig toleriert wie abgelegt werden und weil ich meinen Tag nicht mit einem Schreibaby verbringen wollte, trug und lief ich eben. Tag für Tag; Woche für Woche; Monat für Monat.

Die Angst der älteren Generation, dass ich ihn dann „immer tragen“ müsste, ignorierte ich. Was blieb mir auch anderes übrig. Ihn Schreien zu lassen, kam für mein Mutterherz und meine Nerven nicht in Frage. Um das Tragen für mich möglichst komfortabel und einfach zu machen, probierten wir mehr und mehr empfehlenswerte Babytragen und anfängerfreundliche Tragetücher aus. Ich vertraute darauf, dass er das eben braucht und es irgendwann schon besser werden würde.

Mein Tipp an alle, denen es genauso geht: Legt euch vielleicht mehr als eine einzige Trage zu. Während ich ihn am liebsten in der Ring Sling trage, bevorzugt mein Mann zum Beispiel die Bondolino.

Trage ich mein Baby mit 13 Monaten noch?

Jetzt ist der Rubbelbatz 13 Monate alt. Und ratet mal: während ich das hier schreibe, schläft er seit 90 Minuten in unserem Kinderwagen-Buggy mit Liegefunktion. Im Flur. Alleine. Ohne, dass ich ihn zwischendurch stille, trage, oder sonstwie beruhige.

Vorher waren wir weitere 90 Minuten einkaufen, nachdem er den Morgen in der Wohnung herumgelaufen ist und gespielt hat. In vielen Situationen ist er so mutig und unerschrocken, dass es schwer vorstellbar ist, dass er mal so anhänglich war. Es scheint fast so, als hätte er durch all das Tragen, Stillen, die Geborgenheit und Nähe ein richtig gutes Urvertrauen ausgebildet. Dass jemand da ist und auf ihn aufpasst scheint für ihn so selbstverständlich, dass er sich nicht einmal die Mühe macht, das zu überprüfen. In gewissen Situationen möchte er natürlich immer noch auf den Arm, aber sicherlich nicht häufiger als andere Kinder.

Glücksfall? Ich denke nicht. Denn hier kommt die Überraschung: Kinder wollen selbständig werden, sie wollen alleine laufen und spielen können. Denn das ist es, was Kinder instinktiv verfolgen – erwachsener und unabhängiger werden, Dinge ausprobieren, lernen, perfektionieren.

Immer an der Mama kleben gehört nur für einen gewissen Lebensabschnitt zu den wichtigen, förderlichen Verhaltensweisen. Jedes gesunde Kind wird sie eines Tages von selbst ablegen. Sie vorher dazu zu drängen oder zu zwingen, ist nicht gerade hilfreich für die natürliche Entwicklung eines Kindes und auch für die Eltern mit erheblichem Stress verbunden.

In diesem Sinne:

Lasst die Leute reden und hört auf euren Mama- bzw. Papa-Instinkt!


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Alle Kommentare (28)

    Da einzige was mir darauf einfällt: Genau! Richtig so.
    Unser Mops ist auch ein richtiges Känguru-Baby. Damit tut sich die ältere Generation irgendwie schwer, aber was soll’s. Geht es meinem Baby gut, dann geht es auch mir gut. Und das zählt.
    LG,
    Nadine

    Hallo Nadine,

    ich hoffe, dass im Laufe der Zeit immer mehr Mütter so denken, wie wir. Leider ist die Angst vor dem Verwöhnen irgendwie noch allgegenwärtig und das Baby „muss“ immer irgendwas lernen…

    Ich trage meine kleine Maus mit 15 Monaten auch noch zwischendurch bevor ich zu gar nichts komme.

    9 monate kampf mit Kinderwagen.

    Mir war und ist es auch egal was andere denken.
    Das ist ganz alleine meine Sache

    Sehr schön geschrieben und genau richtig, die Babys benötigen die Nähe für die Entwicklung und verwöhnen kann man Babys NICHT.
    So erinnert z.B. die Atmung der Mutter durch das Geräusch beim Ein-und Ausatmen, das Heben und Senken des Brustkorbs und das Kohlenstoffdioxid, das vom einen eingeatmet und vom anderen ausgeatmet wird, das Baby daran, selbst zu atmen: Ein Sicherungssystem, falls die Atmung des Babys einmal ins Stocken gerät.
    Ich habe genau zu dem Thema auch einen Artikel geschrieben „Warum will mein Baby immer auf dem Arm einschlafen“
    LG Maik

    Lieber Maik,

    da gebe ich dir absolut Recht. Es gibt so viele Gründe, warum Tragen dem Baby am besten gerecht wird. Ich finde es schön, dass immer mehr Eltern das genauso sehen.

    Hallo liebe Rubbelmama.

    Ich danke dir für diesen schönen Bericht und vor allem für die Worte: „Hört auf euren Instinkt“.
    Dies waren die ersten Hilfreichen Worte die ich während meiner Schwangerschaft von Freunden bekommen habe. Und mein Mann und ich halten uns heute noch dran.
    Das kann ich allen Eltern und denen die es noch werden wollen mehr als raten.

    Unsere kleine Raupe wird in einer Woche 6 Monate alt und was haben wir nicht alles für Ratschläge der alten Generation gehört.
    Da fing es schon in der Schwangerschaft an.
    >Zu wie vielen Ärzten du gehst… das gab es ja bei uns nicht.Das du alles tust was die Ärzte dir sagen. Die machen dir doch nur Angst. Also ich hätte das damals nicht….Was machst du, wenn ihr noch ein Kind habt?<
    Na ganz einfach. Beide tragen. Wozu hat man schließlich 2 Arme? Und Papa gibt es auch noch. Es ist alles machbar.

    Ich finde wir als Eltern sollten mehr an uns selber glauben, denn das hat die alte Generation für sich damals auch getan. Sie haben das gemacht was sie für richtig hielten und das sollten wir jetzt auch.

    Außerdem liebe ich es mit meiner Raupe zu kuscheln und zu spüren wie gut ihr das bekommt. Wie sie entspannt und wie glücklich sie ist.
    Das ist doch das was zählt.

    Liebe Grüße von der Raupenmama

    Ich trage meine kleine Maus mit 15 Monaten auch noch zwischendurch bevor ich zu gar nichts komme.

    9 monate kampf mit Kinderwagen.

    Mir war und ist es auch egal was andere denken.
    Das ist ganz alleine meine Sache .

    Schön das es hier noch mehr mütter gibt die gleiche Probleme haben.

    Lg Carmen

    Hallo Carmen,

    unser Sohn ist jetzt 2,5 Jahre und wir verwenden die Trage immer noch 😉 Nicht mehr aus denselben Gründen wie früher, aber Tragen ist und bleibt eine Bereicherung unseres Zusammenlebens.

    Alles Gute für euch,
    Hanna

    hallo ich finde den beitrag gut trage mein kind auch nur mit mir rum seit ihrer geburt..nur meine kleine mag nur aufm arm getragen werden…fühlt sich in verschiedenen babytragen und tücher auch nicht wohl wird auch nur geschrien…so nun wird meine kleine nicht leichter sondern schwerer und ich habe vom tragen jetzt mehrere verspannungen im rücken die ziemlich schmerzen…in meiner linken hand sind drei finger schon leicht taub…mein nacken ist sehr verhärtet…papa kann sie nicht nehmen weil er gebrochenes handgelenk hat…meine kraftreserven sind echt am ende,da der schlafmangel auch noch dazu kommt und ich hab noch ne große tochter für die ich auch da sein muss…
    ich wäre auch mal glücklich darüber wenn meine kleine mich mal los lassen könnte…
    vielleicht habt ihr ja noch nen rat oder so…danke

    Hallo liebe Mary,
    unser Kind hat sich anfangs auch beschwert, jedes Mal wenn er in die Trage sollte. Sobald wir uns damit aber in Bewegung gesetzt haben, war es gut. Das ist meines Wissens bei vielen Kindern der Fall. Vielleicht muss Deine Kleine sich einfach nur an die Trage gewöhnen? Wie alt ist Dein Kind denn?

    hallo ich hab tragen ausprobiert und noch zwei tücher bin auch damit gelaufen hab auch immer gewartet bis sie etwas müde ist aber sobald sie drin war hat sie sich mit händen und füßen gewehrt und schreien natürlich…seit sie drei monate ist hab ich es versucht,da meine kleine recht agil ist und neugierig konnte sie kaum halten auf dem arm…
    jetzt ist sie 6monate alt und ich hab seit zwei tagen einen trick wie sie zumindestens zu hause in der trage bleibt und dort auch ein nickerchen macht,der staubsauger muss dabei laufen…aber beim spazieren gehen mit trage wird sich immer noch gewehrt….kinderwagen wird eh abgelehnt…genauso wie autositz wird auch abgelehnt..sie schreit wie am spieß im auto..
    aber immerhin klappt das mit dem staubsauger u hause das ist schon ne richtige erleichterung für meinen arm…
    meine kleine will eben nichts verpassen und alles entdecken und tragen und kinderwagen hindern sie daran…aber dennoch ist der beitrag til und auch ich mit meinen mäusen werde das durchstehen mit ganz viel zähne zusammen beißen und geduld..
    danke fürs antworten und zu hören…

    Hallo Mary,

    dasselbe Problem haben wir mit unserer Tochter auch 🙁
    Heute ist sie 12 Monate alt.
    Sie hat immer nur geweint wenn man sie abgelegt hat, kein Bett, kein Autositz, kein Kinderwagen. Und in der Trage blieb sie auch nur wenn sie müde war zum Schlafen. Ansonsten wollte sie immer vorwärtsgerichtet auf dem Arm getragen werden, sie wollte ständig alles sehen und anfassen. Es tut gut zu hören, dass es doch noch andere Babies gibt, die so sind.
    Was mich interessieren würde, wie haben eure Kinder das Drehen und Krabbeln gelernt? Wir kämpfen jetzt nämlich damit, dass sie durch dieses viele Rumgetrage nicht mobil wird. Drehen hat sie auch erst mit 10 Monaten gelernt. An Hinsetzen und Krabbeln ist noch lange nicht zu denken…

    Hallo💕 ich denke das jedes kind absolut anders ist i seiner entwicklung. habe meine tochter auch ur getragen, im tuch, auf arm, auf schulter im rucksack und sie hat sogar sehr früh (mit 6 mt) sitzen, sich drehen und stehen gelernt. mach dir keine sorgen das kommt von selbst wenn sie bereit sind.lg

    Schöner Artikel nur blöd wenn das Kind weder Tragetuch noch Tragegestell mag und dort genauso schreit wie wenn man es hinlegt. Also den ganzen Tag auf dem Arm tragen. Geht für mich, nur für die Frau geht es nicht. Denn 7,5KG werden irgendwann sehr schwer

    genau geht mir ja auch so nur in der trage wenn zu hause staubsauger geht sonst auch nur aufm arm sogar draußen und nachts…nun hab ich aber noch ein relativ leichtes kind 6kg aber die muss ich alleine schleppen 24h da mein mann nicht kann..ich bin auch schon dabei mein rücken und meinen arm mit muskelschmerzsalben einzureiben und durch zu halten,geht nun mal nicht anders ..mal sehen wann es sich vielleicht mal bessert..dann geh ich erstmal zur massage hehe!!!

    Hallo ihr beiden,

    das hört sich wirklich, wirklich anstrengend an. Eure Kinder haben großes Glück, dass ihr das den ganzen Tag macht.

    Ich stecke nicht in euren Schuhen, aber vielleicht hilft euch das weiter: Unser Sohn musste anfangs auch an die Trage „gewöhnt“ werden. Das heißt, wenn wir ihn ins Tuch gebunden oder in die Trage gesetzt haben, protestierte er anfangs. Und zwar immer so lange, bis wir das Haus verlassen und uns in Bewegung gesetzt hatten. Auch in der Wohnung ging es lange nur, wenn wir ständig in Bewegung waren. Das ist auch anstrengend, aber viel besser für die Rückenmuskulatur. Tatsächlich wird diese nämlich durch richtiges Tragen trainiert und meine Rückenschmerzen, die ich vor und während der Schwangerschaft hatte, wurden sogar besser.

    Ich wünsche euch, dass eure Kleinen sich bald besser beruhigen lassen,
    liebe Grüße,
    Hanna

    Ganz ehrlich? Manchmal müssen Kinder sich auch an etwas gewöhnen das ihnen nicht sofort gefällt. Sie sollen sich geliebt und geborgen fühlen, aber dafür muss eine Mutter sich auch nicht zu Grunde richten. Ich habe zwei kleine Kinder und die beide gleichzeitig durch die Gegend schleppen? Ich denk nicht dran. Mein ganz kleiner schreit momentan auf sobald er auch nur in Richtung einer Unterlage (Boden, Bettchen ect.) gelegt wird. Aber ich muss mir auch mal die Schuhe zu binden, Duschen o.ä. Er fängt dann an schrecklich zu schreien einen roten Kopf wie eine Tomate zu kriegen und liegt nach ein paar Minuten in einer Lache seines eigenen Schweißes. Total schlimm ist das. Ich muss mir dann auch sagen ich lasse ihn nicht im Stich, er lehrnt das schon das ich trotzdem immer da bin. Und meine „große“ will auch mal in den Arm und auf dem Schoß sein. Ich finde es unrealistisch einem Kind autentisch 24/7 immer nur um und AN sich haben zu sollen und das noch als positive Bindung empfinden zu sollen.

    Zwei Jahre ist das ja OK. Aber, wenn die Prinzessin Mit 2.5 Jahren sich weinend auf den Boden wirft, wenn sie nicht getragen wird, fragt man sich schon, warum sie nicht einfach selbst geht. Vor allem, weil sie ihr 15 Kilo nur von der Mama tragen lassen will und die nicht kann. Der Papa würde gerne, aber darf nicht.

    Hallo Jens,
    ach, das kenne ich nur zu gut. Das hat nichts mehr mit dem Babytragen zu tun, das nennt man dann normales Kleinkindverhalten 😉
    Liebe Grüße aus der Trotzphase,
    Hanna

    Danke für diesen Beitrag und die Erinnerung an etwas, was ich auch im Buch „artgerecht“ gelesen habe. Ich finde es manchmal furchtbar anstrengend, dass mein fast 5 Monate altes Mädchen wirklich immer quengelt, wenn ich sie irgendwo hinlegen möchte/muss und nur auf meinem Arm glücklich ist, am liebsten sogar ohne Tragehilfe. Selbst bei meinem Mann hält sie es nicht lange aus und weint nach kurzer Zeit bitterlich, nur um dann auf meinem Arm wieder glücklich zu sein. Eigentlich würde es mich nicht stören, wäre da nicht die komplett fehlende Zeit für mich selbst! Ich zweige sie hier und da mal ab, wenn sie tagsüber kurz schläft, aber mal in Ruhe etwas für eine Stunde zu machen (oder auch nur für ein paar Minuten wenn sie wach ist) ist undenkbar seit Monaten. Das einzige, was ich hier aber ändern kann, ist mein Mindset dazu… und ich vertraue darauf, dass sie trotzdem eines Tages die Welt entdecken möchte!

    Hallo Stefanie,

    ja, das ist etwas, was mein Sohn mir sehr früh beigebracht hat: Ihn kann ich nicht ändern, zumindest nicht, solange ich auf körperliche und seelische Gewalt verzichten möchte. Also bleibt mir, wie dir, nur die eigene Einstellung, an der ich arbeiten kann.

    Und ja, irgendwann hört das auf mit dem immer nur getragen werden – und wird auf andere Art anstrengend. Mit knapp 6 Monaten hat unser Sohn angefangen, zu krabbeln und ist seitdem vor allem in Bewegung glücklich. Für immer getragen werden will glaube ich kein Baby. Kann ich mir nicht vorstellen.

    Liebe Grüße und ein frohes neues Jahr,
    Hanna

    Hallo Hanna,
    Ich kann mich voll und ganz mit dem identifizieren was du schreibst. Mein Sohn ist jetzt 5 Monate alt und ich habe zu Anfang geglaubt dass ich ihn mit etwas Geduld an den Kinderwagen und an das Ablegen gewöhnen müsste, so macht man das halt…
    Aber mein Kleiner war da andere Meinung und zum Glück habe ich gelernt auf ihn und mein Gefühl zu hören! Als er noch ganz klein war habe ich ihn immer ins Tragetuch gepackt und später dann in eine Trage. So kann ich alles machen weil ich die Hände frei habe.
    Außerdem bekomme ich oft zu hören wie ruhig und ausgeglichen mein Kleiner ist und ich bin mir sicher das es daran liegt dass er weiß und sprüht dass ich immer in seiner Nähe bin.
    Liebe Grüße Hanna

    Hallo zusammen. Unsere Tochter ist jetzt 9 Wochen alt und es klappt super. Sie ist ein sehr pflegeleichtes baby. Habe zum Glück nicht das Problem das sie NUR getragen werden möchte.
    Man liest halt sehr viel und macht sich natürlich auch seine gedanken ob man alles richtig macht. Aber wenn ein baby abgelegt wird und alles erkunde
    ist es ja nicht instinktiv direkt falsch. Sie liegt öfter in ihrer Wiege oder im laufgitter ohne zu weinen. Wenn sie weint nehme ich sie auf den Arm, dann ist es meistens schon wieder gut.

    Wünsche euch allen gutes Durchhaltevermögen mit euren kleinen.

    Hallo zusammen. Unsere Tochter ist jetzt 9 Wochen alt und es klappt super. Sie ist ein sehr pflegeleichtes baby. Habe zum Glück nicht das Problem das sie NUR getragen werden möchte.
    Man liest halt sehr viel und macht sich natürlich auch seine gedanken ob man alles richtig macht. Aber wenn ein baby abgelegt wird und alles erkunde
    ist es ja nicht instinktiv direkt falsch. Sie liegt öfter in ihrer Wiege oder im laufgitter ohne zu weinen. Das heist ja nicht das ich etwas falsch mache wenn icg sie dann nicht trage.. Wenn sie weint nehme ich sie auf den Arm, dann ist es meistens schon wieder gut.

    Wünsche euch allen gutes Durchhaltevermögen mit euren kleinen.

    Hallo Caro,

    jedes Kind ist einzigartig und so auch die Bedürfnisse. Wir haben seit 3 Wochen einen zweiten kleinen Sohn (der erste, um den es in dem Beitrag ging, ist fast 4 und viiiiiel selbständiger, er will nicht mehr getragen werden). Er möchte auch viel Körperkontakt aber liegt momentan lieber im Kinderwagen als in der Trage zu sein. Am allerliebsten natürlich auf dem Arm.

    Ich denke auf keinen Fall, dass Du etwas verkehrt machst, wenn Du Deine Tochter in Ruhe lässt, wenn sie zufrieden in der Wiege liegt.

    Ich wünsche euch alles Gute,
    liebe Grüße,
    Hanna

    Hallo Ihr Lieben 🙂
    Eure Kommentare und Anregungen sind für mich zum Teil sehr tröstlich und aufbauend. Mir bzw. meinem Mann und mir geht es ähnlich.. unsere Tochter ist 6 Wochen alt (unser erstes Kind) und schläft eigentlich nur an meiner Brust ein und will dann an der Brust aber eigentlich am liebsten auf dem Stillkissen weiterschlafen.
    Außerdem ist sie eine sehr langsame Trinkerin (aktuell stille ich sie voll) … bei uns hat es am Anfang ca. 1,5 h dauern bis sie gestillt war und dann kam sie trotzdem stündlich und dass über den halben Tag verteilt. Inzwischen schaffen wir es manchmal in 45 Minuten aber meistens dauert es doch noch 1 Std. Manchmal hält sie 2, 3 oder auch mal wenn es ganz gut läuft und sie gut schläft 4 Std aus aber vor allem Vormittags und Abends kommt sie alle 1 – 1,5 Std. Nachts schläft sie ganz eng bei mir, da schaffen wir auch mal 3-4 Stunden. Das tut dann schon gut. Jedoch schläft sie erst gegen Mitternacht ein und ab 6 Uhr lässt sie mich nicht mehr schlafen.
    Dazu kommt noch, dass sie sobald man sie Untertags ablegt, obwohl sie tief schläft (20 Minuten soll man ja abwarten … danach sind Babys glaube ich ja im Tiefschlaf), nach wenigen Minuten aufwacht und weint und dann schreit und nur aufhört, wenn man sie hochhebt.
    Dadurch bin ich den ganzen Tag nur am Stillen, rumtragen, wickeln usw. … Schreien lassen möchte ich sie nicht, da ich die Überzeugung habe, dass es ihr nicht guttut. So gern ich sie habe und so gern ich ihr die Nähe gebe die sie braucht fühle ich mich des Öfteren sehr ausgelaugt, dazu kommt noch der Schlafentzug und dass ich teilweise nicht mal dazu komme mir etwas anständiges zum Essen zu machen, weil sie sich einfach ohne Gebrüll nicht ablegen lässt. Das treibt mich des Öfteren innerlich in die Verzweiflung und ich bin oft schlecht gelaunt und da es meinem Mann ähnlich wie mir geht maulen wir uns des Öfteren an. Meist maule ich ihn mehr an, da ich noch weniger Schlaf und Pause bekomme als er und im Nachhinein tut es uns dann beiden sehr leid. Ich denke mir dann immer irgendwann und irgendwie werden wir das schon schaffen … sie wird größer, älter, wächst und wird irgendwann hoffentlich nicht mehr ganz so viel Nähe brauchen. Jedoch legt mir die ältere Generation des Öfteren Steine in unseren Weg, da sie alles was ich mache hinterfragen, sagen wie sie es gemacht haben und mich ständig verunsichern/reizen/nicht in Ruhe lassen.
    Aktuell waren wir bzgl. des langsamen Trinkens, und weil ich es so auch gut finde, wenn sie von einem Fachmann angeschaut wird, bereits zwei Mal beim Osteopathen und jetzt ist es eher noch schlimmer aber das werden wir auch durchstehen… eine Erstverschlechterung ist ja häufiger der Fall.
    Eine Diezi nimmt sie nur äußerst selten aber inzwischen immer öfter. Vor 2 Wochen hat sie ihn vollständig verweigert und inzwischen mag sie ihn hin und wieder aber man muss ihn durchgehend halten. Alleine macht sie das nicht und sobald er raus ist quengelt sie wieder.
    Ich trage sie, wenn es passt im Tragetuch, da schläft sie dann auch mal gerne drinnen, allerdings hat sie sich gestern und vorgestern geweigert drinnen zu bleiben. Ich hoffe das legt sich wieder.
    Ich könnte noch lange weiterschreiben will euch aber nicht noch mehr zutexten.. es ist schön mal unter Gleichgesinnten zu sein. 😊

    Hallo Anna,

    viele Eltern (nicht nur hier) fühlen mit Dir, glaub mir! Ich habe aktuell auch wieder ein 8-Wochen-Baby hier und kann Dir nun einen Tipp geben, den ich gerne damals schon gehabt hätte: Investiert in eine Swing 2 Sleep! Die rettet uns aktuell abends täglich vor etwa 3 Stunden Brüllkonzert und tagsüber lässt sich unser Baby darin auch mal ablegen, damit ich z.B. duschen kann. Die Dinger sind super teuer, aber gebraucht kosten sie nur noch 250-300 EUR. Man kann sie direkt bei Swing 2 Sleep auch einfach mieten, um auszuprobieren, ob es klappt.

    Ansonsten kann ich nur sagen: Das verhalten Deiner Tochter ist absolut normal für ein Baby. Egal, was die ältere Generation sagt. Lass Dir nicht einreden, dass die Art, wie sie ihre Kinder behandelt haben, immer so gut war. Schau Dich um. Wie viele der Erwachsenen, die Du kennst, sind wirklich gesund? Körperlich wie geistig? Wie viele haben ein schlechtes Selbstbewusstsein, das sie zu kompensieren versuchen? Wie viele sind schnell wütend, aufbrausend, schrullig oder unzufrieden mit ihrem Leben? Wie viele haben Schwierigkeiten, eine liebevolle und erfüllte Beziehung zu führen? Ich will nicht sagen, dass all das Leid der Welt auch die Erziehung zurückzuführen ist, aber ein Teil mit Sicherheit. Du hast also in meinen Augen Recht, Deine Tochter nicht schreien zu lassen, zumindest nicht mehr als nötig.

    Wenn Du etwas Unterstützung in dieser Meinung suchst, lies mal „Kinder verstehen“ von Herbert Renz-Polster oder „Artgerecht“ von Nicola Schmidt. Dann wirst Du verstehen, warum Deine Tochter nur in unmittelbarem Körperkontakt beruhigt schlafen kann.

    Und eins noch: Es geht wirklich vorbei. Mein Sohn ist heute 4 Jahre alt und schläft nachts super tief, nicht einmal das Gebrüll seines Babybruders weckt ihn noch auf. Und das ohne, dass „er das mal lernen musste“. Das ging irgendwann einfach.

    Ich wünsche euch alles Liebe und hoffe, ihr habt viel Unterstützung!

    Hanna

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