Die ersten Hochzeitsvorbereitungen


Seit mehr über einem Jahr sind wir Mann und Frau. Der Rubbelbatz war bei der standesamtlichen Trauung bereits in meinem Bauch, warum mehr als eine familiäre Feier am Mittag nicht wirklich drin war. Schwanger Hochzeit feiern erschien mir wirklich nicht so prickelnd. Die „Party“ mit freier Trauung hatten wir dann für Sommer 2016 angedacht. Theoretisch.

Warum die Hochzeit 2016 geplatzt ist

Hochzeit mit 1-Jährigem?

Denn dann wäre unser Kind ja immerhin schon über ein Jahr alt, würde also nachts durchschlafen, keine Muttermilch mehr trinken und könnte jederzeit von anderen Personen betreut und ins Bett gebracht werden. Wie naiv wir doch waren. Im Laufe der ersten sechs Monate wurde uns das auch immer klarer und unsere Einstellung zu vielen Dingen, die unser Kind betreffen, änderten sich. Wir wollten nicht, dass er mit 6 Monaten abgestillt wird und wir wollten ihn auch nicht zum Durchschlafen oder zur Selbständigkeit drängen. Und tatsächlich trinkt er bis heute am liebsten Muttermilch, kann ohne seine Mama schlecht einschlafen, geschweige denn sich nachts beruhigen. Erst vor kurzem haben wir aufgehört, zwischen dem Zubettgehen und ca. 4 Uhr morgens zu stillen.

Die Realität mit 1-Jährigem

Eine Hochzeitsfeier wäre unter diesen Voraussetzungen wahrscheinlich eine noch größere Tortur für mich gewesen, als in der Schwangerschaft: völlig übermüdet dürfte ich keinen Alkohol trinken, hätte tagsüber das quengelige Kind am Zipfel des Hochzeitskleides hängen und ab ca. 18 Uhr hätte ich alle 30-120 Minuten weg gemusst, um ihn wieder zu beruhigen. Dazwischen wäre mein Hauptaugenmerk wahrscheinlich auf dem Babyphon gelegen und darauf, nicht mit dem Kopf auf den Tisch zu knallen, wenn ich versehentlich mitten im Gespräch einschlafe.

Dann lieber 2017

Glücklicherweise hat es sich ergeben, dass wir zwar unsere Wunschlocation reserviert hatten, die aber so überarbeitet waren, dass sie bis ca. 4 Monate vorher immer noch keine Bestätigung geschickt hatten und wir so auch keine Anzahlung oder verbindliche Zusage machen mussten. Irgendwann hatten wir auch keine Geduld mehr, nachzufragen und haben, in Kombination mit unseren aktuellen Erfahrungen als Eltern, die Hochzeit um ein Jahr verschoben.

Unsere Traum-Location: Schloss mit Übernachtung für alle

Schon in der SSW 29 hatten wir das erste Mal das Schloss Reichenow nicht weit von Berlin besucht, eigentlich nicht als Hochzeitslocation sondern um einen Freund zu begleiten. Wir waren beide sofort Feuer und Flamme und als wir hörten, dass das Ganze auch für Normalverdiener wie uns erschwinglich ist, war die Sache für uns klar.

Denn die Bedingungen sind einfach traumhaft: wir können das gesamte Schloss für uns mieten, d.h. auch die 19 Zimmer mit 56 Schlafgelegenheiten für unsere Gäste. Ganz in der Nähe können weitere Gäste auf dem Gut Möglin untergebracht werden, wenn nötig. Dadurch ist die Party quasi open-end und am Morgen treffen sich alle wieder zum gemeinsamen Frühstück. In dem Schloss gibt es tolle Möglichkeiten für Kinder und für uns Erwachsene einen Wellness-Bereich.

Der Ablauf

Die Trauung kann im Garten stattfinden, ebenso wie der Sektempfang und die Kuchentafel. Bei schlechtem Wetter kann man einfach nach drinnen ausweichen. Dort gibt es verschiedene Räumlichkeiten für Abendessen, Tanzfläche, Barbetrieb, Weinkeller usw. Um den ganzen Ablauf und die Deko kümmern sich die Leute vor Ort, nur um den Freien Redner und die Musik müssen wir uns selbst kümmern. Inklusive sind Bestuhlung für die freie Trauung, Sektempfang mit Stehtischen, Kaffee und Kuchen an einer großen Tafel, Abendessen mit Service, Bier, Wein und Softdrinks, ein Mitternachtssnack und Barbetrieb bis mindesten 2 Uhr morgens.

Für die meisten Vorbereitungen bleibt noch Zeit, ein paar müssen wir allerdings schon frühzeitig angehen. Darunter

  • die Einladungen
  • musikalische Unterhaltung
  • Fotograf
  • freier Redner

Musiker bzw. DJs, Fotografen und freie Redner sind nämlich teilweise schon Monate bis Jahre im Voraus ausgebucht, wenn sie gut sind.

Die Einladungen

Wir haben uns dagegen entschieden, „Save-the-Date“ Karten zu verschicken. Denn Ort, Zeitpunkt und Ablauf sind für uns geklärt, warum also noch damit hinterm Berg halten? An Druckereien und Online-Angeboten für Hochzeitseinladungen scheint das Angebot uferlos. Bei allen Shops, die ich mir angesehen habe, kann man Probekarten bestellen, um die Qualität zu überprüfen. Weil mir das wirklich mühselig erscheint und etwas übertrieben für eine Karte, die am Ende wohl bei den meisten eh früher oder später im Altpapier oder irgendeiner Kiste landet, habe ich mich schließlich einfach für eine im Vergleich recht günstige Variante entschieden. Ob die Hochzeits-Einladungen vom „Karten-Paradies“ nun qualitativ besser oder schlechter sind als andere, kann ich zum Glück nicht beurteilen und bin daher einfach mal zufrieden damit. Kostenpunkt: ca. 140 EUR für 40 Einladungen, Einleger und Briefumschläge.

Zuerst hatten wir überlegt, eine unkonventionelle, witzige Karte in Form eines Flugtickets zu nehmen, weil das einfach zu uns passt. Immerhin haben wir auch vor, in Zukunft noch einige Zeit zu reisen, bevor wir mit unserem Kleinen sesshaft werden. Am Ende ist es dann aber unter anderem an einem guten Foto in guter Qualität von uns beiden gescheitert und wir haben uns doch für eine Hochzeitseinladung ohne Foto in sehr schlichter, traditioneller Aufmachung entschieden.

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Wichtig für uns ist der Einleger, auf dem alle Infos rund um die Anfahrt zum Schloss und die Übernachtungsmöglichkeiten geschildert sind. Die meisten Gäste kommen nämlich von weiter her.

Musikalische Unterhaltung

Das ist für mich ein wirklich schwieriges Thema. Wir haben lange überlegt, ob eine Band wirklich sein muss oder ob ein DJ nicht genauso gut wäre. Ich stelle mir auch eine Sängerin oder einen Streicher (z.B. Cello) zur Freien Trauung sehr schön und romantisch vor.

Weil ich mit diesem Planungspunkt tatsächlich überfordert bin, habe ich den kurzerhand auf meinen Mann abgeschoben. Und wie er halt so ist, pragmatisch und schnell, hat er einen guten Kumpel beauftragt, der im Veranstaltungsmanagement tätig ist und wir können für schlappe 150 EUR eine komplette Musikanlage mieten. Im Voraus erstellen wir dann gemeinsam verschiedene Playlists für die verschiedenen Phasen des Ablaufs. Damit steht es uns immer noch offen, zusätzlich eine Sängerin oder einen Alleinunterhalter oder sonst jemanden zu engagieren.

Hochzeitsfotograf

Auch hier ist die Auswahl größer, als man überblicken könnte. Zum Glück war ich beruflich vor einiger Zeit schon einmal im Kontakt mit einem Fotostudio im Prenzlauer Berg und habe mich daher gleich für diese Fotografin entschieden.

Neben den traditionellen Hochzeitsfotos wird hoffentlich wie zu jedem Anlass mein Onkel fotografieren und wir wollen auf jeden Fall Einwegkameras und / oder eine Fotobox zur Verfügung stellen.

Freier Redner

Weil wir beide nicht Mitglied der Kirche sind, kommt eine kirchliche Hochzeit nicht in Frage. Trotzdem möchten wir, bevor wir mit allen Freunden und Verwandten feiern, eine Zeremonie, die etwas persönlicher und romantischer ist als die standesamtliche Trauung 2015. Nicht zuletzt weil jeder, der schon einmal an einer solchen teilgenommen hat, hellauf begeistert war, haben wir uns für eine sog. Freie Trauung entschieden. Dazu brauchen wir einen freien Redner, ein Kostenpunkt von mindestens 500 EUR.

 

Dafür geht dieser ganz individuell auf unsere Wünsche ein und gestaltet diesen Moment möglichst schön und persönlich. Die Bestuhlung dafür wird übrigens in Form einer Schnecke sein, in deren Mitte die Trauung stattfindet. Das finde ich eine wirklich schöne Idee vom Veranstalter, so hat quasi jeder die Möglichkeit, uns zu sehen und wir laufen an jedem einmal vorbei, wenn wir uns in die Mitte begeben.

Unsere Vorstellungen und Wünsche

Ich hatte mir ehrlich gesagt nicht ausgemalt, wie viel Organisation da tatsächlich noch dranhängen wird. Doch irgendwie macht das auch Spaß und ich freue mich auf alles, was mit diesem Tag zusammenhängt.

Für uns ist vor allem wichtig, dass der Tag selbst dann für uns entspannt und schön wird. Wir geben uns Mühe, das Setting zu schaffen und Bedingungen, unter denen sich unsere Gäste in jedem Alter wohlfühlen können. Ob sie das an dem Tag dann tun, dafür möchte ich allerdings nicht verantwortlich sein. Ich will nicht den Tag damit verbringen, mich um jeden zu sorgen und sicherzustellen, dass alle gut versorgt sind. Natürlich hoffen wir, dass die Feier lange und ausgelassen ist und möglichst viele Freunde und Verwandte vor Ort übernachten.

 

Alle Kommentare (7)

    Ich habe meine Einladung noch gar nicht erhalten ?….

    Sehr schöner Artikel und ich freue mich auf weitere dieser Art. Wir haben 2014 geheiratet,ganz klassisch und die Erinnerung an diesen Tag ist einfach nur wunderschön und immer noch so aktuell. Ich wünsche Euch schon jetzt,dass ihr auch solch wunderbare Erinnerungen an diesem Tag sammeln dürft.

    Hi!
    Ich liebe eure „Arbeit“ über Stoffwindeln und bin nun zufällig auf den Hochzeitsartikel gestossen.
    Wir haben unsere Hochzeit, die nächsten April geplant gewesen wäre auf den Oktober verschoben, da im Februar unser erstes Kind zur Welt kommen wird.
    Was mich bei Hochzeitsberichten aus Deutschland immer wieder erstaunt, ist, dass „ihr“ offenbar eure Hochzeit komplett selbst plant, und nicht – wie in der Schweiz üblich – eine/n sogenannte/n Tätschmeister/in habt, die das für euch tut…
    Alles selber zu organisieren stelle ich mir mühsam vor. Und überraschungslos 🙂

    Jedenfalls hoffen wir, dass das Kleine mit halbjährig sich für den Grossteil des Festes (vor allem für die Zeremonie) abgeben lassen wird… Eure Bedenken bezüglich einem einjährigen Kind lassen mich jetzt grübeln…

    Liebe Grüsse!
    Belinda

    Hallo liebe Belinda,

    danke für das Lob 🙂 .

    Ja tatsächlich werden Hochzeiten hier selbst geplant – deshalb hat uns das Konzept auf dem Schloss ja auch so zugesagt, die hätten große Teile der Planung übernommen und wir hätten den Tag auch genießen können. Schade, dass nun nichts aus der Hochzeit wird.

    Ob dein Kind mit 6 Monaten so weit ist, hängt glaube ich sehr stark vom Baby ab und davon, was es gewohnt ist. Wenn ihr plant, ihn / sie größtenteils abzugeben, solltet ihr das auch vorher schon viel praktizieren. Bei uns ging das nicht, weil wir keine Familie in der Nähe haben, die ihn nehmen könnte. Auch war er vom Charakter einfach extrem anhänglich die ersten Lebensmonate und wollte fast alle 1-2 Stunden gestillt werden. Schlafen tut er bis heute nur an der Brust oder in der Trage. Ich kenne aber auch Babys, die das nicht brauchen, die von Anfang an sehr selbständig sind und sich auch bei fremden schnell beruhigen.

    Sollte euer Baby auch so anhänglich sein, würde ich euch raten, früh eine weitere Bezugsperson dazu zu nehmen, die euer Kind gut kennt und der ihr es geben könnt. Dann sollte eure Traumhochzeit hoffentlich klappen.

    Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag!

    Hanna

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