Weihnachten feiern mit Kleinkind


Wie feiert man ein Weihnachtsfest mit einem 1,5 jährigen Kleinkind? Welche Familientraditionen haben wir von unseren Eltern übernommen, welche eigenen möchten wir einführen? Wie verbringen wir Heilig Abend und die Feiertage? Unser letztes Weihnachten war ja sehr ruhig und besinnlich, wir haben Heilig Abend nur zu dritt vor dem Baum verbracht.

Adventsabende

Als ich noch klein war, war die Adventszeit für mich die schönste Zeit im Jahr. Und es dauerte gefühlt immer eeewig, bis es wieder so weit war. Ehrlich gesagt bekomme ich heute noch dieses wohlige Gefühl im Bauch, wenn ich an die Adventsabende zurückdenke. Wir versammelten uns alle am Familientisch, die Kerzen des Adventskranzes wurden angezündet, ebenso die der Weihnachtspyramide. Das Licht war aus und wir aßen Nüsse, Orangen und Mandarinen. Und sangen Adventslieder. Niemand in meiner Familie ist ein begnadeter Sänger oder Musiker, aber als Kind hielt ich es für die schönste Musik, die man sich vorstellen kann. Der Kerzenschein, die Melodie, der Duft der Zitrusfrüchte und der Tannennadeln, all das werde ich nie vergessen.

Und genau solche Erinnerungen möchten wir auch unserem Kind ermöglichen. Deshalb haben wir schon seit letztem Jahr eine Weihnachtspyramide und dieses Jahr auch einen Adventskranz und ein Liederbuch. Nüsse gibt es noch nicht, weil angeblich auch Kleinkinder daran noch ersticken können. Orangen spuckt er meistens wieder aus, aber Weintrauben oder zuckerfreie Plätzchen stopft er sich fröhlich rein, während er unserem, naja, mehr oder weniger melodischen, zweistimmigen Gesang lauscht. Seine Augen funkeln, wenn er die Kerzen sieht und immer wieder zeigt er darauf und ruft begeistert irgendetwas, was wir nicht verstehen, oder “Mäh” (unter anderem ziehen Schafe und Hirten auf der Pyramide ihre Kreise). Insgesamt habe ich ihn selten so lange, ruhig und zufrieden am Tisch sitzen sehen. Meist möchte er auf meinem Schoss sitzen, manchmal aber auch in seinem eigenen Hochstuhl.

Adventskalender

Auch das gehörte für mich als Kind untrennbar zur Adventszeit: ein selbst gebastelter Adventskalender von Mama. Dass es auch welche mit Schokolade drin gibt, wusste ich lange nicht. Ein Adventskalender waren für mich 24 Stoffsäckchen mit tollen Kleinigkeiten darin. Murmeln, Nüsse, kleines Spielzeug.

Also ratet mal, wer in den letzten Wochen fleißig Säckchen genäht hat? Richtig. Mittlerweile geht das ganz gut, dass er entweder von meinem Schoss aus zusieht, wenn ich nähe, oder in unserem “Kinderzimmer” (es ist alles, nur nicht das, Bügelzimmer, Wäschezimmer, Nähzimmer, Abstellraum, Gästezimmer…) spielt und die Schränke ausräumt. Die Säckchen habe ich aus drei alten Kleidern von mir genäht, die ich in der Studentenzeit sehr gern getragen habe und deshalb nie entsorgen konnte.

Den Inhalt werde ich jedes Jahr seinem Alter anpassen. Momentan spielt er noch mit fast allem. Und ich bin kein Fan von Bergen an Spielzeug. Lieber wenig und sinnvolle Spielsachen. Also habe ich, noch im Herbst, draußen kleine Gegenstände gesammelt – Tannenzapfen, Schneckenhäuser, Kastanien, kleine Stöcke und Steine – mit denen ich die Säckchen befüllen möchte. Hin und wieder werden auch getrocknete Früchte drin sein oder ein Keks.

Jeden Morgen, wenn er mit seinem Papa aufsteht, darf der Rubbelbatz sich dann ein Säckchen aussuchen. Ich bin gespannt, wie er das findet.

Dieses Jahr habe ich die Säckchen einfach an einem Brett mit Nägeln befestigt. So kann man den ganzen Adventskalender gut zu ihm herunter heben und danach wieder außer Reichweite bringen.
Dieses Jahr habe ich die Säckchen einfach an einem Brett mit Nägeln befestigt. So kann man den ganzen Adventskalender gut zu ihm herunter heben und danach wieder außer Reichweite bringen.

Für euch als Leser gibt es ab Morgen übrigens auch einen Adventskalender. Und zwar in Form einer Blogtour. Wir machen den Anfang, danach ist jeden Tag ein anderer Blog dran. Ihr könnt der Tour ganz einfach folgen, es winken tolle Gewinne. Bei uns gibt es morgen eine BabyBjörn Outdoors im Wert von 200 EUR zu gewinnen. Wie genau? Dazu gibt es morgen einen extra Post.

Nikolaus

Zum Nikolaus schicken Oma und Opa ihm eine Kleinigkeit aus Bayern. Die darf er dann abends, bei unserem Adventsabend, öffnen. Ich denke, mehr Geschenke braucht er nicht. Denn den Sinn vom Nikolausfest wird er noch nicht verstehen.

Geschenke

Wie gesagt möchte ich lieber, dass er wenige “wertvolle” (nicht materiell) Geschenke bekommt, mit denen er dann auch spielt, als einen ganzen Berg. Die Holztiere von Ostheimer finde ich zum Beispiel toll. Mit ihnen können Kinder spielen, wenn sie ganz klein sind, aber auch im Schulalter sind die Tiere noch toll. Außerdem ist er langsam zu groß für sein Mini-Holz-Dreirad und er soll ein richtiges Rutschrad aus Holz bekommen, mit dem er dann durch unsere Wohnung flitzen kann. Ich bin ja immer noch ganz verliebt in das Rutscher Krokodil Frieda, das ich auf der Babywelt Messe kennengelernt habe.

Ich stelle auch fest, dass für mich als Mama das Weihnachtsfest wieder an Bedeutung gewinnt. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Zum Beispiel haben wir dieses Jahr erstmals ein paar Weihnachtskarten drucken lassen mit einem professionellen Foto von unserer Lieblings-Fotografin Tran.

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Plätzchen backen

Die Weihnachtszeit ist für mich vollgepackt mit wundervollen Kindheitserinnerungen. Eine davon ist, wie wir mit unserer Mama Plätzchen backen. Also nicht die leckeren Plätzchen, die wir dann essen wollten, sondern diese schrecklichen Ausstech-Butterplätzchen, die man dann mit Zuckerguss und Streuseln verziert irgendwelchen Verwandten aufgezwungen hat. Meine Mama hat den Teig gemacht, ausgerollt, und die fertigen Plätzchen aufs Blech gelegt. Wir haben eigentlich nur ausgestochen. Meistens so, dass die Teigfläche möglichst unvorteilhaft genutzt war und viel Teig wieder eingestampft und neu ausgerollt werden musste. Danke, Mama, für deine unvergleichliche Geduld! Der beste Moment war immer, wenn sie behauptete, das sei jetzt zu wenig Teig zum nochmal ausrollen. Dann wurde der Rest verteilt und wir durften damit machen, was wir wollten. Selbst ausrollen. Oder einfach aufessen. Ja, eigentlich immer einfach aufessen.

Teig aufessen kann der Rubbelbatz auch schon gut. Eigentlich noch besser, als die fertigen Plätzchen. Denn ja, auch ich habe am 1. Advent schon mit ihm gebacken, auch wenn er hauptsächlich auf seinem Kletterturm dabei stand und mal ein bisschen im Teig geknetet hat. Weil wir nicht möchten, dass er vor seinem 2. Geburtstag viel Zucker isst oder viel andere Süßungsmittel, enthalten die Kekse nur Obstsüße. Genauer gesagt, zerquetschte Banane und Dattelstücke. Ich finde sie trotzdem sehr lecker. Die Rezepte kommt übrigens aus “Das vegane Breifrei Kochbuch”, das wir vor Kurzem auch verlost haben.

 

Orangenplätzchen, gesüßt mit Banane und Dattelstückchen
Orangenplätzchen, gesüßt mit Banane und Dattelstückchen
Nussmakronen (oder so was ähnliches) komplett ohne Süßungsmittel. Trotzdem echt lecker.
Nussmakronen (oder so was ähnliches) komplett ohne Süßungsmittel. Trotzdem echt lecker.

Heilig Abend und die Feiertage

Jetzt zum eigentlichen Weihnachtsfest. Während wir letztes Jahr lieber in Berlin geblieben sind, auch weil es ein sehr trauriges Familienereignis kurz vorher gab, möchten wir dieses Jahr mit meiner Familie in Bayern feiern. Seit der Kleine aus dem Gröbsten raus ist, genießt er sichtlich die Gesellschaft anderer Menschen, vor allem die von Opa, Oma und Onkels. Auch für uns bedeutet das etwas Entlastung und viele schöne gemeinsame Momente.

Der Rubbelbatz und ich fahren dieses Jahr schon am 19.12. mit dem Zug vor, der Rubbelpapa kommt am 24. mit dem Flugzeug nach. Der Rest wird dann, mit leichten Abwandlungen, ablaufen wie ein Weihnachtsfest bei uns zu Hause eben schon immer abläuft:

Heilig Abend gibt es etwas ganz unkompliziertes zu essen. Kartoffelsalat und Würstchen zum Beispiel. Das entscheiden bzw. diskutieren wir gemeinsam Jahr für Jahr neu aus. Nach dem Essen gibt es die Bescherung. Unter einem echten Weihnachtsbaum mit echten Kerzen. Echte Kerzen gehören für uns einfach dazu. Bei uns ist in all den Jahren noch nie irgendwas abgebrannt, deshalb wollten wir uns das nicht nehmen lassen.

Bei uns im Süden kommt traditionell das Christkind. Mein Mann ist aus dem Norden, da kommt der Weihnachtsmann. Noch ist unser Kind zu klein, um Fragen zu stellen, aber irgendwann werden wir zwischen den beiden entscheiden müssen. Wir haben noch keine Ahnung, was “besser” ist.

Am ersten Weihnachtsfeiertag gehen wir schon immer mit der Familie meiner Mama zum Essen. Jedes Jahr reserviert mein Opa einen großen Tisch (er hat 3 Kinder, 11 Enkelkinder, 2 Urenkel) und lädt uns alle ein. Meist gehen wir auch in das selbe Restaurant, das es schon immer gibt und das seit jeher von derselben Familie betrieben wird. Traditionelle bayerische Küche natürlich.

Wie feiert ihr Weihnachten?

4 Kommentare zu „Weihnachten feiern mit Kleinkind“

  1. Euer Weihnachtsfest hört sich wirklich sehr schön und “heimelig” an – das wird dem rubbelbatz bestimmt gefallen. Auch den Adventskalender finde ich toll!
    Ich persönlich hätte ja blanke Panik bei einem Baum mit echten Kerzen, aber ihr habt da ja lange Erfahrung. 🙂
    Wir feiern am hl abend zu dritt zu Hause – leider dieses Jahr ohne “richtigen” Baum mangels Platz. Nach der “Messe für kleine leute” machen wir raclette und evtl spielt papa noch ein paar Weihnachtslieder auf dem Klavier und mama singt, das findet Lennart toll. Am ersten und zweiten Weihnachtstag besuchen wir dann die omas & Opa, dann wird gemütlich zusammen gesessen, beschert bzw gewichtet und gegessen. Ich wünsche euch noch eine schöne besinnliche Adventszeit!

    1. Hallo Eva,

      na das hört sich doch auch nach einem kleinkind-gerechten Feiern an. Das mit dem Baum versteht er wahrscheinlich eh noch nicht so richtig, oder? Und bei Oma und Opa gibt es ja dann bestimmt einen Weihnachtsbaum.

      Ich wünsche euch auch eine wunderschöne Zeit,
      liebe Grüße,
      Hanna

  2. Mandarinenduft beamt mich auch immer in meinen Erinnerungen direkt zurück in die Kindheitstage, mit Holzofen und Kater auf der Couch und die Oma liest Weihnachtsgeschichten während die Kerzen flackern. Das waren echt richtig tolle Zeiten.
    Liebe Grüße

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