Selbständig arbeiten in der Schwangerschaft – Mein Modell


Als wir vor etwa drei Jahren beschlossen, ortsunabhängig arbeiten und leben zu wollen, meldete ich eine Selbständigkeit an. Anfangs deckten diese Einnahmen gerade einmal die Kosten für die Coworking-Kita in Berlin. Seit wir Deutschland vor einem Jahr verlassen haben, kommen meine Online-Einnahmen für unseren Lebensunterhalt auf.

Warum das auch in der Schwangerschaft super klappt und wie ich mir die nächsten Jahre beruflich vorstelle, erfährst Du im Folgenden.

Wie ich Geld verdiene

Wie man grundsätzlich online Geld verdienen kann, habe ich hin und wieder schon erklärt. Das Konzept war für mich damals auch neu und ich weiß, dass viele sich das nicht vorstellen können. Aber es geht.

Für den Weg, den ich gegangen bin, braucht man einen langen Atem und Begeisterung für das Schreiben an sich. Außerdem ist ein Mann mit SEO-Expertise auf jeden Fall schon sehr hilfreich. Mittlerweile bin ich aber selbst auch schon relativ fit, was Texte für die Suchmaschine angeht.

Anfangs habe ich die Steigerung der Einnahmen noch regelmäßig dokumentiert und veröffentlicht. Weil mein Mann mich darum gebeten hat, das nicht mehr zu tun, gibt es solche detaillierten Berichte nun nicht mehr. Aber ich kann so viel sagen: Der Aufwärtstrend ging im Großen und Ganzen weiter, von vorübergehenden Rückschlägen abgesehen. Mittlerweile ersetzen die monaltichen Einnahmen in etwa einen durchschnittlichen Brutto-Monatslohn für eine Vollzeitstelle.

Die Haupteinnahmen generiere ich über meinen Rubbelbatz-Blog und Magazin, aber auch kleinere Webseiten tragen ihren Teil dazu bei.

Woher kommt das Geld?

Hauptsächlich über Affiliate-Programme (z.B. Amazon) und Display-Werbung (z.B. Google). Wenn Du Dich also schon mal gewundert oder geärgert hast über die Werbeeinblendungen auf dem Blog, dann denk daran: Davon lebe ich. Das gibt mir die Möglichkeit, weiterhin unabhängig meine Meinung zu sagen und aus meinem Leben zu berichten. Ich weiß, schöner wäre es ohne – aber nur so funktioniert es für mich.

Eine jährlich nicht kleine Zahlung kommt auch von der VG-Wort. Für alle Blogger, die Artikel mit vielen Zugriffen haben, eine wirklich rätselhafte, aber auf Dauer lukrative Sache.

Daneben schreibe ich noch monatlich zwei Artikel für ein anderes Baby-Magazin und habe gelegentlich bezahlte Kooperationen. Auftragsarbeiten also. Diese sind aber nicht Hauptziel, weshalb ich im Zweifel lieber ablehne und mich auf das wesentliche fokussiere: Meine Texte auf meinen Webseiten.

Was passiert, wenn ich nicht arbeiten kann

Meine Schwangerschaft sorgt immer wieder dafür, dass mein Arbeitspensum sehr eingeschränkt ist gegenüber vorher. Trotzdem generieren die Webseiten weiterhin Einnahmen. Das liegt daran, dass ich mich in den vergangenen Jahren, mit der Unterstützung meines Mannes, auf sogenanntes passives Einkommen konzentriert habe. Passiv bedeutet, dass ich keine direkte Gegenleistung (mehr) erbringen muss. Sozusagen ein einkommenstechnisches Perpetuum Mobile. Artikel, die ich einmal geschrieben und entsprechend optimiert / vermarktet habe, ziehen dauerhaft Leser an, z.B. über Google oder Pinterest. Damit generieren sie auch dauerhaft Einnahmen über die oben beschriebenen Mechanismen.

Leistungen in der Elternzeit? Eher mau…

Nachteil an der Sache: Ich kann schwer Elternzeit nehmen und Elterngeld beantragen wie beim ersten Kind, denn die passiven Einnahmen kann ich nicht einfach stoppen. Sie laufen weiter. Und werden auf mein Einkommen angerechnet, sodass am Ende nur der Mindestbetrag von 300€ bleibt (immerhin). Zusätzlich bekomme ich von der Krankenkasse Mutterschaftsgeld. Dass ich das bekomme, verdanke ich einem glücklichen Umstand, denn als Selbständige bekommt man das sonst nur, wenn man eine zusätzliche Krankengeldversicherung abgeschlossen hat:

Als Bloggerin bin ich Mitglied der Künstlersozialkasse (KSK) und wie ein normaler Arbeitnehmer versichert. Das heißt, ich zahle in die Krankenkasse, Rentenkasse und Pflegekasse ein – jeweils die Hälfte, die andere Hälfte zahlt die KSK.

Nach den ersten 12 Lebensmonaten gibt es in Bayern außerdem das Familiengeld. Und natürlich bekommen wir wie alle Eltern auch Kindergeld für unser zweites Kind.

Was für unsere Familienkonstellation wirklich schade ist: Dass Großeltern kein Elterngeld beantragen können. Denn das wäre für uns ansonsten wirklich eine tolle Option.

Ganz konkret: Alltag mit Arbeit im 8. Schwangerschaftsmonat

Aber wie sieht das jetzt ganz konkret aus? Mein Alltag als Schwangere mit Selbständigkeit? Immerhin ist meine Schwangerschaft diesmal nicht ganz so unkompliziert wie die erste. Vor allem die ersten 15 Wochen konnte ich eigentlich so gut wie gar nicht arbeiten. Selbst Auftragsarbeiten musste ich teilweise verschieben, weil es einfach nicht ging.

Am Einkommen hat sich das erst einmal nicht bemerkbar gemacht. Danach war ich immer dann am Laptop, wenn es sich irgendwie machen ließ und ich fit genug war.

Seit wir wieder zurück bei meinen Eltern in Bayern sind, hat sich tatsächlich so etwas wie ein Alltag ergeben. Unser Sohn geht ab jetzt täglich bis 13 oder 14 Uhr in den Kindergarten. Die Kosten für den Kindergarten finde ich mit 87,50€ pro Monat nicht besonders hoch aber aufs Jahr gesehen läppert sich natürlich doch ein Sümmchen zusammen. Aber immerhin kann ich die Betreuungskosten von der Steuer absetzen und ab September wird der Kindergarten hier in der Kommune angeblich ohnehin kostenfrei.

In dieser Zeit am Vormittag kann ich also ungestört arbeiten. Auch am Nachmittag habe ich immer wieder Zeitfenster, in denen ich schreiben kann, denn mein Mann ist voraussichtlich noch bis Juli zu Hause und kann sich um den Rubbelbatz kümmern.

Besser gesagt, ich könnte arbeiten. Denn manchmal bin ich wirklich sehr müde und erschöpft. Dann kann ich mich nicht aufs Schreiben konzentrieren. Wenn es irgendwie geht, nutze ich die Zeit dann für Dinge, die weniger Konzentration erfordern. Bildbearbeitung, Rechnungen stellen, Social Media Kanäle pflegen.

Und wann immer ich kann schreibe ich. Wenn ich nicht kann, dann eben nicht. Auf dem Blog zum Beispiel war es jetzt lange Zeit still. Ich habe zwar viele Artikel für mein Magazin geschrieben, aber das sind eher sachliche Texte. Etwas privates über meine Schwangerschaft preiszugeben, fiel mir schwer. Irgendwie war alles so kompliziert mit der Schwangerschaft und ich hatte nicht das Gefühl, etwas Sinnvolles zu sagen zu haben. Dann ist das eben so – meine Einnahmen beeinflusst das nicht.

Wie es weitergehen soll

Den Lebensunterhalt sichert der Mann

Ab wahrscheinlich Juli wird mein Mann wieder für einige Stunden von zu Hause aus arbeiten. Denn natürlich ist sein Expertenwissen als SEO Manager sehr gefragt. Im Moment bin ich allerdings froh, dass das Unternehmen, mit dem er sich grundsätzlich geeinigt hat, erst im Spätsommer richtig loslegen will bzw. kann. Auf diese Weise habe ich ihn noch als Unterstützung während der Schwangerschaft.

Trotzdem werde ich weiter arbeiten

Für mich wird es dann ab Juli erst einmal einen ganz neuen Fokus geben: Ein neues Baby. Entbindungstermin ist Ende Juni.

Das heißt, auch weiterhin ist diese flexible Art zu arbeiten das beste, was mir hätte passieren können. Ich habe damals den Sprung ist kalte Wasser gewagt und es hat sich gelohnt. Ich habe meinen festen Job nach der Elternzeit gekündigt und es nie bereut.

Je nachdem, wie der kleine Sonnenschein mir Zeit einräumt, kann ich zwischendurch schreiben – aber auch jeden Moment den Laptop weglegen und mich um ihn kümmern.

Vielleicht wird die Zeit erst einmal nicht reichen, um mein „Online Business“ weiter auszubauen, aber es wird vermutlich reichen, um das aufrecht zu erhalten, was jetzt schon funktioniert.

Und immerhin habe ich diesmal mehr Unterstützung und muss nicht wie beim ersten Kind alles alleine übernehmen. Meine Eltern sind am Wochenende und abends da und wann immer sie sich um die Kleinen kümmern, kann ich arbeiten. Denn zufällig ist diese Art zu arbeiten auch ein großes Hobby geworden, dem ich sehr gern nachgehe.

Die Wohn- und Reisesituation

Und dann ist da noch die Frage, ob wir eigentlich dauerhaft bei meinen Eltern unter dem Dach wohnen wollen.

Nein, natürlich nicht. Auch wenn das als Übergangslösung wirklich gemütlich ist und wir gerne alle gemeinsam im Haus sind, geht es auf Dauer nicht.

Vom Leben im Ausland habe ich (vielleicht auch wegen der Schwangerschaftshormone?) auch erst einmal genug. In den letzten Monaten unterwegs haben wir immer mehr gespürt, dass unser Sohn mittlerweile mehr Stabilität braucht. Die ersten drei oder dreieinhalb Jahre war es anscheinend okay für ihn, nur Mama und Papa zu haben. Aber irgendwann wollte er feste Freunde, die er auch regelmäßig sieht und deren Sprache er spricht. Was sich vor einem Jahr noch super einfach anfühlte, erschien uns plötzlich unfair für den Kleinen.

Also werden wir, so merkwürdig es mir auch selbst vorkommt, die Sesshaftigkeit versuchen. Und zwar nicht irgendwo, sondern genau da, wo wir uns beide lange Zeit unter keinen Umständen vorstellen konnten zu leben: Auf dem Land. Im tiefsten Bayern.

Aber mittlerweile fühlt sich das für uns beide stimmig an. Einfach, weil meine Eltern da sind. Weil es Platz für uns gibt und wir nirgends sonst so willkommen und gut aufgehoben sind. Welch eine Entlastung das ist, merken wir jetzt schon während der Schwangerschaft. Sicherlich wird es mit Baby nicht weniger schön.

Wenn alles so wird, wie wir es uns vorstellen, werden wir also unseren nächsten Lebensabschnitt hier verbringen. In meinem Elternhaus, genau gegenüber, das meine Eltern ohnehin gerade renovieren, um es zu vermieten. Einen Teil davon werden eben wir mieten. So werden meine Kinder hier zum Kindergarten und zur Schule gehen und wir gehen ein für mich unglaubliches Wagnis ein: Wir legen uns fest. Für die nächsten 20 Jahre oder so.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nicht mehr reisen können. Mal ein paar Monate raus, solange die beiden Kleinen noch nicht zur Schule gehen. Aber es bedeutet, dass wir einen festen Ankerpunkt haben, an den wir zurückkehren. Ein echtes Zuhause.


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